{"id":1497,"date":"2016-08-22T18:56:36","date_gmt":"2016-08-22T16:56:36","guid":{"rendered":"http:\/\/sz.musikverein-wesel.de\/?page_id=1497"},"modified":"2020-10-16T12:21:25","modified_gmt":"2020-10-16T10:21:25","slug":"presse-konzerte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/?page_id=1497","title":{"rendered":"Presse-Konzerte"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.48&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Neu-Marke.jpg&#8220; admin_label=&#8220;Bild&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.87&#8243; animation_style=&#8220;slide&#8220; animation_direction=&#8220;left&#8220; animation_duration=&#8220;500ms&#8220; animation_intensity_slide=&#8220;10%&#8220; animation=&#8220;left&#8220; sticky=&#8220;off&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]&nbsp;<br \/>\n[\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.87&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Presse-Berichte zu den Konzerten aus der RHEINISCHEN POST (RP) und der NEUEN RHEIN-ZEITUNG (NRZ)<\/h3>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;3.18.7&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;3.18.7&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; text_orientation=&#8220;justified&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<h3><a name=\"KZS-20-21-2\"><\/a>NRZ (Ausgabe Wesel) am 12.10.2020<br \/> Musikalische Seelenreise mit gro\u00dfen Werken<\/h3>\n<p>Stefan Wille<br \/>In der klassischen Musik gilt das Streichquartett als die anspruchsvollste Gattung, gleichsam die K\u00f6nigsklasse der Instrumentalmusik \u2013 sowohl f\u00fcr den Komponisten als auch f\u00fcr die ausf\u00fchrenden Interpreten. Wenn nun beides zusammenkommt, also Meisterwerke auf ebensolche Meisterinterpreten treffen, dann wird man Zeuge eines Hochamtes der Kammermusik. Ein solches gab es am Freitag, als das Auryn-Quartett im B\u00fchnenhaus Wesel wegen Corona gleich zweimal ein Gastspiel gab. Im Gep\u00e4ck hatten die Musiker Werke, die sowohl im Schaffen ihrer Komponisten als auch in der Gattung als solche eine besondere Stellung einnehmen.<br \/> Ludwig van Beethoven schuf sein f-moll Streichquartett um 1810 und es bekam aufgrund der eher ernsten, d\u00fcsteren Stimmung recht bald den Beinamen \u201eSerioso\u201c. Gleich in mehrfacher Hinsicht ist dieses Werk bemerkenswert: Es ist erheblich k\u00fcrzer als seine vorherigen Quartette und sollte f\u00fcr die n\u00e4chsten knapp anderthalb Jahrzehnte das letzte dieser Art sein; obendrein machte Beethoven ziemlich deutlich, dass das Werk \u201enicht f\u00fcr die \u00f6ffentliche Auff\u00fchrung\u201c gedacht sei.<br \/> Das Auryn-Quartett zeigte, dass Beethoven sich zu Unrecht vor einer Auff\u00fchrung gef\u00fcrchtet hat. Die schroffen, energischen Passagen mit ihren Kluften kontrastieren mit elegischen Melodien und getragenen Abschnitten \u2013 mit unerwartet heiterem Schluss. Ein Werk, dass den \u00fcblichen Unterhaltungscharakter l\u00e4ngst hinter sich gelassen hat.<br \/> Das Auryn-Quartett geh\u00f6rt nicht von ungef\u00e4hr seit nunmehr fast 40 Jahren zur Cr\u00e8me der Kammermusik-Ensembles \u2013 und dieser Abend bewies es einmal mehr. Bei ihnen klingt es eben nicht nach Goethes ber\u00fchmtem Bonmot von den \u201avier sich unterhaltenden Personen\u2018, vielmehr agieren sie quasi wie ein einziger Organismus; unter ihrem Spiel atmet, lebt das St\u00fcck, man meint beinahe Beethovens Wut und Zorn k\u00f6rperlich zu sp\u00fcren.<br \/> Ein Klangbild g\u00e4nzlich anderer Art bot das zweite Werk des Abends: Franz Schuberts Streichquintett in C-dur, wof\u00fcr man sich als Gast den Cellisten Christian Polt\u00e9ra eingeladen hatte. Entstanden 1828, gerade mal zwei Monate vor seinem Tod, ist es das einzige Quintett Schuberts und ungew\u00f6hnlich in der Besetzung mit zwei Celli; ebenso ausnehmend ist das geradezu symphonische Ausma\u00df des ersten Satzes.<br \/> Mit schlafwandlerischer Sicherheit, ohne dabei in Routine abzugleiten, steuerten sie durch das \u00fcberaus heterogene Werk, beispielsweise im zweiten Satz, der von gro\u00dfer Ruhe und Melodienseligkeit gepr\u00e4gt ist, aber einen aufgew\u00fchlten, technisch h\u00f6chst anspruchsvollen Mittelteil hat oder im dahinst\u00fcrmenden Schlussrondo, in dem die sich schier \u00fcberschlagenden Figuren zu einem ebenso virtuosen Ende streben. Auch hier gaben sich die f\u00fcnf Musiker keine Bl\u00f6\u00dfe, sondern nahmen die gebannt lauschenden Zuh\u00f6rer mit auf die Seelenreise zweier Ausnahmekomponisten und ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen Werken. Das Publikum dankte mit langem Schlussapplaus.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><a name=\"KZS-20-21-1\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 15.9.2020<br \/> <span>Ein Drama mit Meister-Musik<\/span><\/h3>\n<p><span>Der St\u00e4dtische Musikverein lud zum ersten Orchesterkonzert unter dem Motto \u201eHimmelhoch jauchzend&#8230;\u201c mit der Neuen Philharmonie Westfalen ins B\u00fchnenhaus<\/span><\/p>\n<p><span>Endlich wieder klassische Musik im Weseler B\u00fchnenhaus: Zu Gast beim Orchesterkonzert des St\u00e4dtischen Musikvereins Wesel war die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann. Als weitere Mitwirkende unterst\u00fctzten die Sopranistin Dorin Rahardja und Schauspieler und Regisseur Dominique Horwitz als Sprecher das Orchester. Auf dem Programm standen zwei gro\u00dfartige Werke der Klassik und Romantik: die Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61 von Robert Schumann und Ludwig van Beethovens B\u00fchnenmusik zu \u201eEgmont\u201c, ein Drama von Goethe.<\/span><\/p>\n<p><span>Der gro\u00dfe deutsche Dichter hatte den Wunsch, sein Trauerspiel noch vertonen zu lassen. Die so genannte Schauspielmusik entstand 1809 und wurde ein Jahr sp\u00e4ter in Wien aufgef\u00fchrt. Beethoven, der ein gro\u00dfer Bewunderer Goethes war, inspirierte die heldenhafte Aufopferung des Grafen Egmont, einem niederl\u00e4ndischen Helden, zu einer seiner brillantesten Ouvert\u00fcren und B\u00fchnenmusiken. Er bewies, dass er zu diesem Drama eine Meister-Musik machen konnte und zeigte alle Kraft seines Genies auf.<\/span><\/p>\n<p><span>Horwitz stellte auf seine pers\u00f6nliche Leseart das Drama vor, ganz verwoben mit Beethovens wunderbarer Komposition. Die Geliebte Egmonts scheitert beim Versuch, ihn aus der Kerkerhaft zu befreien und sieht keinen Ausweg als den Tod. Goethes Politdrama um den aufst\u00e4ndischen Grafen und seinen Kampf gegen die spanischen Besatzer enth\u00e4lt auch zwei ausdrucksvoll vorgetragene Lieder (\u201eDie Trommel ger\u00fchret\u201c und \u201eFreudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein\u201c), sie wurden exzellent von der Sopranistin Dorin Rahardja vorgetragen. Beim letztgenannten handelt es sich um ein sehr kurzes Gedicht, dessen \u201eHimmelhoch jauchzend, zum Tode betr\u00fcbt\u201c sprichw\u00f6rtlich wurde und gleichzeitig das Motto des Konzertabends war.<\/span><\/p>\n<p><span>Hinzu kamen noch \u201eCl\u00e4rchens Tod\u201c, das Melodram poco sostenuto sowie zum Abschluss die Siegessymphonie in allegro con brio. Hier hinterlie\u00df das Orchester einen guten Eindruck. Immer wieder konnte man die Dramatik zwischen leicht angehauchter Musik und wieder kehrendem Fortissimo mit empfinden. Seine Spielfreudigkeit zeigte das Orchester dann auch noch bei Robert Schumanns Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61. Vier S\u00e4tze (Sostenuto, Scherzo, Adagio espressivo und Allegro molto vivace) enthielt das bedeutende Werk des Romantikers. Hier bewies das Orchester, dass es nicht umsonst zu den gr\u00f6\u00dften Klangk\u00f6rpern in NRW z\u00e4hlt.\u00a0<i>\u00a0\u00a0\u00a0DK<\/i><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KZS-19-20-6\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 11.3.2020:<br \/> Konzert der Spitzenklasse<br \/> Die Duisburger Philharmoniker und die Pianistin Anna Malikova spielten im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus Wesel Werke von Camille Saint-Sa\u00ebns, Mozart und Beethoven<\/h3>\n<p>Dieter Kr\u00fcssmann<br \/> Die Duisburger Philharmoniker geh\u00f6ren zu den bedeutendsten Orchestern in Nordrhein-Westfalen. Unter ihrem musikalischen Leiter, Generalmusikdirektor Axel Kober, konnten Klassik-Fans sie jetzt wieder auf Einladung des St\u00e4dtischen Musikvereins im B\u00fchnenhaus erleben. Mit dabei war eine Pianistin der Spitzenklasse.<br \/> Die Professorin an der Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst in Wien, Anna Malikova, wurde in Taschkent in Usbekistan geboren und hat sich schon bei zahlreichen internationalen Klavierwettbewerben Preise geholt.<br \/> H\u00f6rgenuss nach Mozart<br \/> Zudem hat sie mit namhaften Orchestern in aller Welt Konzerte gegeben. Zu Beginn des Konzerts stand die Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) auf dem Programm. Mozart komponierte dieses weltbekannte Werk im Juli 1788 in Wien in vier S\u00e4tzen (molto allegro, andante, menuetto &#8211; allegretto sowie allegro assai). Knapp 35 Minuten dauerte der H\u00f6rgenuss. Dieses St\u00fcck (zumindest der erste Satz) machte auch Furore in der Pop-Musik.<br \/> Im Anschluss trat Anna Malikova auf. Auf dem Fl\u00fcgel pr\u00e4sentierte sie das Konzert f\u00fcr Klavier und Orchester Nr. 4 c-Moll op. 44 von Camille Saint-Sa\u00ebns (1835 -1921). Das Werk ist eines von f\u00fcnf, entstand 1875 und ist eine Rarit\u00e4t unter den Klavier-Werken. Es geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten, originellsten Werken des Komponisten und besteht aus zwei Teilen (allegro moderato &#8211; andante und allegro vivace &#8211; Andante &#8211; Allegro).<br \/> Schwung und Eleganz<br \/> Der Komponist wollte mit seiner Musik der franz\u00f6sischen Orchester- und Kammermusik eine Frischzellenkur bescheren. Herrliche Passagen mit einem st\u00e4ndigen Auf und Ab und ein temporeiches Spiel gab es zu h\u00f6ren.<br \/> Der Dialog zwischen dem Solo-Instrument und dem Orchester entspann sich mit beredter Eleganz, Schwung und Elan waren angesagt.<br \/> Und zum Schluss Beethoven<br \/> Jetzt konnten die Zuschauer beobachten, welch eine Virtuosin die Pianistin ist. Sie spielte \u00e4u\u00dferst konzentriert, mit Leidenschaft und Leichtigkeit. F\u00fcr das Finale des wunderbaren Konzerts hatte man sich ein Meisterwerk von Ludwig van Beethoven (1770 &#8211; 1827) aufbewahrt. Es erklang die Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67, ein Muss im 250. Geburtsjahr des gro\u00dfen Bonner Komponisten. Kaum ein Werk hat solch eine Ber\u00fchmtheit in der Musikwelt erlangt wie diese Komposition.<br \/> Als \u201eSchicksalssinfonie\u201c ging sie in die Musikgeschichte ein und geh\u00f6rt immer noch zu den popul\u00e4rsten St\u00fccken der Klassik. Im Fr\u00fchjahr 1808 wurde sie fertiggestellt. Unverkennbar ist der Anfang mit seinem \u201etatatataaaa\u201c. Mit vier S\u00e4tzen in der Reihenfolge schnell, langsam, t\u00e4nzerisch und nochmals schnell endete ein Konzert der Spitzenklasse, mittlerweile das sechste dieser Art, das sich gro\u00dfen Beifall verdient hatte. Die Duisburger Philharmoniker und Anna Malikova \u00fcberzeugten auf ganzer Linie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KZS-19-20-5\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 12.2.2020:<br \/> Junge Streicher auf dem Weg in eine strahlende Zukunft<\/h3>\n<h3>Das Eliot-Quartett gastierte im B\u00fchnenhaus.<\/h3>\n<p>Das 2014 gegr\u00fcndete Eliot-Quartett kam zum Konzert des St\u00e4dtischen Musikvereins mit russischen Klangfarben ins B\u00fchnenhaus.<br \/> (wi) Betrachtet man den Werdegang, die steile Karriere und die reihenweise abger\u00e4umten Preise des erst 2014 gegr\u00fcndeten Eliot-Quartetts, so ist das schon sehr beeindruckend. Wenn man es dann aber auch noch live im Konzert des St\u00e4dtischen Musikvereins auf der B\u00fchne sehen und h\u00f6ren kann, wird schnell offensichtlich, dass hier ein gro\u00dfes Streichquartett heranw\u00e4chst, in w\u00fcrdiger Nachfolge zum Beispiel eines Hagen-Quartetts.<br \/> Das junge Ensemble, allesamt sind die drei M\u00e4nner und eine Frau zwischen 30 und 35 Jahre alt, gastierte im B\u00fchnenhaus. \u201eRussische Klangfarben\u201c hatten sie ihr Programm genannt. Zu Geh\u00f6r kamen Komponisten der Sp\u00e4tromantik, mit denen sie der Frage nachgingen, ob es eine Nationalit\u00e4t der Musik gebe: Was bewirkt, dass man solch unterschiedliche Tonsetzer wie Schostakowitsch, Prokofieff und Tschaikowski trotzdem eindeutig der russischen Musik zuordnen kann?<br \/> M\u00f6glicherweise liegt es bei den ausgew\u00e4hlten Werken daran, dass sie alle auf original russischen Melodien beruhen. So war Prokofieff von der Idee angetan, \u00f6stliche Folklore mit der klassischen Form des Streichquartetts zu vereinen und hat dazu im Nordkaukasus Volkslieder gesammelt. Heraus kam eines der faszinierendsten Werke des Genres.<br \/> Umrahmt wurde es zum einen von Schostakowitschs 1938 entstandenen und von ihm selbst als \u201efr\u00fchlingshaft\u201c bezeichneten 1. Streichquartett. Fr\u00f6hlich, heiter und lyrisch musizierte das Eliot-Quartett dieses Erstlingswerk (welches urspr\u00fcnglich nicht als vollst\u00e4ndige Komposition geplant war) genau wie vom Komponisten verlangt. Nach der Pause folgte das opulente es-moll Streichquartett von Tschaikowski. Legt man Goethes Aper\u00e7u zugrunde, dass man \u201ein einem Streichquartett vier vern\u00fcnftige Leute sich unterhalten h\u00f6ren\u201c k\u00f6nne, so wird in diesem Werk aber nicht gesprochen, sondern vielmehr gesungen: Tschaikowski beklagt im dritten Satz den Tod eines guten Freundes und verwendet dazu die Melodie einer orthodoxen Totenmesse.<br \/> Benannt hat sich das Quartett nach dem amerikanischen Schriftsteller T. S. Eliot, der sich wiederum von Beethovens sp\u00e4ten Streichquartetten zu seinem poetischen Werk \u201eFour Quartetts\u201c hatte inspirieren lassen. So schlie\u00dft sich der Kreis zur Zugabe \u2013 der \u201eKavatine\u201c aus Beethovens op. 130.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KZS-19-20-3\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 3.12.2019:<br \/> <span>Ein Feuerwerk der Kl\u00e4nge<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span>Das Duo Misha Nodelman (Violine) und Markus Krebel (Klavier) \u00fcberzeugte auf der ganzen Linie<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Ein \u201eRussisches Feuerwerk\u201c z\u00fcndete jetzt das Duo Misha Nodelman (Violine) und Markus Krebel (Klavier) im Weseler B\u00fchnenhaus. Es war ein bewegendes Programm mit Werken der bedeutendsten Komponisten der russischen Sp\u00e4tromantik, sowie zwei zeitgen\u00f6ssischen Komponisten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Gleich zu Beginn \u00fcberraschten die beiden Musiker in doppelter Hinsicht: zun\u00e4chst mit einem flotten Auftritt, der den Zuh\u00f6rern kaum Zeit lie\u00df, sie ad\u00e4quat zu begr\u00fc\u00dfen und dann mit dem ambivalenten St\u00fcck \u201eIm Stile von Alb\u00e9niz\u201c aus der Feder von Rodion Schtschedrin (87), einem schillernden Werk, wetterleuchtend zwischen spanischer Tanzmusik und russischer Melancholie.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Von Sergej Rachmaninoff gab es gleich drei Werke zu h\u00f6ren. Eine Romanze, einen ungarischen Tanz \u2013 der nach dem selben Prinzip so wenig ungarisch ist, wie das Eingangsst\u00fcck spanisch war \u2013 und die ber\u00fchmte Vokalise. Eigentlich ist diese ein St\u00fcck f\u00fcr Klavier und Singstimme, die die Melodie nur auf einem einzigen Vokal singt, ganz ohne Text. Hier konnte Misha Nodelman zeigen, dass er nicht von ungef\u00e4hr erster Konzertmeister der Neuen Philharmonie Westfalen ist und mehrfach Preise abger\u00e4umt hat bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Aber auch seinem Partner am Klavier, Markus Krebel, ist hier gro\u00dfer Respekt zu zollen. Ganz gleich, was der Klavierpart an technischen Schwierigkeiten bereit hielt, der unter anderem in der Meisterklasse bei David Levine ausgebildete Krebel bew\u00e4ltigte sie nicht nur, sondern konnte ganz auf seinen Duo-Partner eingehen und ihn im besten Sinne begleiten. Dieses gekonnte Aufeinandereingehen wurde besonders deutlich im Walzer-Scherzo von Peter Tschaikowski. Obgleich gespickt in beiden Parts mit h\u00f6chsten Schwierigkeiten, war es dem Duo Krebel\/Nodelman auch hier m\u00f6glich, es wie leicht und selbstverst\u00e4ndlich klingen zu lassen. \u00a0\u00a0\u00a0wi<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KZS-19-20-2\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 28.10.2019<br \/> Die Boyband der Klassik in Wesel<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">4 Times Baroque mit Jan Nigges, Jonas Zschenderlein, Karl Simko und Alexander von Hei\u00dfen.<br \/> Die Formation \u201e4 times baroque\u201c pr\u00e4sentierte im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus klassische Musik von H\u00e4ndel bis Merula \u2013 auf vitale und moderne Weise.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">(aflo) Der Begriff \u201eBoygroup\u201c ist eigentlich eher Popformationen der 90er Jahre wie \u201eCaught in the Act\u201c, oder \u201eTake That\u201c zugeschrieben. Dass es so etwas auch in der klassischen Musik geben kann, bewiesen die vier Musiker Jan Nigges (Fl\u00f6te), Jonas Zschenderlein (Violine), Karl Simko (Violincello) und Alexander von Hei\u00dfen (Cembalo) bei ihrem Gastspiel am Samstagabend im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus. Die vier Wahlfrankfurter im Alter zwischen 21 und 23 Jahren hatten sich im Jugend-Barockorchester \u201eBachs Erben\u201c kennengelernt. Dort hatten sie beschlossen, ihre Affinit\u00e4t zu dieser doch recht \u201ealten\u201c klassischen Musik im gemeinsamen Projekt \u201e4 times baroque\u201c aufgehen zu lassen . \u201eSo rockig, wie sie das spielen\u201c, hatte den Musikverein Wesel und ihren zweiten Vorsitzenden Max Brandt \u00fcberzeugt, die Musiker einzuladen.<br \/> Das Vorhaben, auch die junge Generation damit anzusprechen, konnten sie bei ihrem \u201eCaught in italian virtuosity\u201c- Gastspiel in Wesel weniger verwirklichen. Doch die Zuh\u00f6rer, die gekommen waren, wurden wunderbar unterhalten. Das lag zum einen an der Moderation von Jan Nigges, der das Publikum mit flockigen Bemerkungen und charmanten Erl\u00e4uterungen \u00fcber die Komponisten und die jeweiligen Werke zum Schmunzeln brachte. Und da war zum anderen die Musikalit\u00e4t der vier Ensemblemitglieder, die den doch in der Konstellation eher seltener zu h\u00f6renden Barockkl\u00e4ngen eine gewisse Vitalit\u00e4t und Modernit\u00e4t im Spiel und im Auftreten verliehen.<br \/> Den Auftakt des gut zweist\u00fcndigen Auftritts bildete Georg Friedrich H\u00e4ndels Ouvert\u00fcre aus der Oper \u201eRinaldo\u201c mit dem \u201eLargo\u201c und \u201eAllegro\u201c, die in die Klangwelt des Barock wunderbar einf\u00fchrte. Dem folgte Pierre Provos \u201eTriosonate in d-Moll\u201c mit einem ungeheuer fl\u00fcssigen \u201eAllegro\u201c und hoher Kunstfertigkeit der beiden Solisten Nigges und Zschenderlein im Dialog. Mit Antonio Vivaldis Kammerkonzert in F-Dur folgte tats\u00e4chlich der erste \u201eechte\u201c Italiener, bei dem der dynamische, dabei erhaben-kammermusikalische Ton des Quartetts gut zum Tragen kam. Weich, geschliffen, virtuos geriet dabei das Spiel von Solist Jan Nigges. \u00dcberzeugend zeigte Zschenderlein bei Arcangelo Corellis \u201eSonata op. 5 d-Moll\u201c, \u00fcber welche Eleganz sein Spiel verf\u00fcgt.<br \/> Nach der Pause setzte das Quartett dann mit Corellis \u201eLa Folia\u201c mit der wunderbaren Variation der Grundform den barockalen Klangreigen fort. Vor Guiseppe Sammartinis \u201eSonata a due\u201c erl\u00e4uterten die Musiker ihre Instrumente. Und Vivaldis \u201eLa Notte\u201c weckte Assoziationen zu nebul\u00f6sen Landschaften und filmischen Szenen.<br \/> Am Ende des Konzerts standen zwei kurze, daf\u00fcr aber umso pr\u00e4gnantere Zugaben: ein St\u00fcck von Marco Uccilini und \u2013 in Vorschau auf ihre 2020er CD \u2013 der letzte Satz des \u201ePariser Quartetts\u201c von Georg Philipp Telemann als \u00e4sthetisch-klangvoller H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KZS-19-20-1\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 20.9.2019:<br \/> Schottische Fantasien<br \/> Mit einem Orchesterkonzert der Neuen Philharmonie Westfalen unter Dirigent Rasmus Baumann startet der St\u00e4dtische Musikverein erfolgreich in die neue Saison<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schottisch ging es zu, am Mittwochabend im zur H\u00e4lfte gef\u00fcllten B\u00fchnenhaus: Die Neue Philharmonie Westfalen mit Dirigent Rasmus Baumann hatte Werke aus der Romantik und zwei neuere St\u00fccke mit Schottland-Bezug mitgebracht. Gem\u00e4\u00dfigt modern kam \u201eAn Orkney Wedding With Sunrise\u201c von Peter Maxwell Davies daher. Ein abwechslungsreiches, modernes St\u00fcck also zum Auftakt der B\u00fchnenhaus-Saison. Mirijam Contzen war die Solistin der sich anschlie\u00dfenden Schottischen Fantasie von Max Bruch. Bruch war ein Zeitgenosse von Brahms und ist vor allem durch sein erstes Violinkonzert noch heute bekannt. \u00c4hnlich wie dieses wartet die Schottische Fantasie mit geigerischen Drahtseilakten auf, die die deutsch-japanische Geigerin m\u00fchelos bew\u00e4ltigte.<br \/> Gegen Ende schien die Konzentration des Orchesters oder die von Rasmus Baumann etwas gelitten zu haben, stellten sich doch einige kleine Wackler in der Koordination von Solistin und Orchester ein. Dem Gesamteindruck tat das jedoch keinen Abbruch \u2013 und als Dank f\u00fcr den hochverdienten Applaus spielte Mirijam Contzen zusammen mit acht Streichern noch eine schottische Weise aus einem Violinkonzert von Thomas Linley, einem Zeitgenossen und Freund Mozarts. Nach der Pause kamen die Schottischen T\u00e4nze von Malcolm Arnold zu Geh\u00f6r, der Cineasten als Oscar-pr\u00e4mierter Komponist des Films \u201eDie Br\u00fccke am Kwai\u201c bekannt sein d\u00fcrfte. Recht konventionell komponiert, waren diese eine gute M\u00f6glichkeit, sich f\u00fcr das Hauptwerk einzuspielen, die ber\u00fchmte Schottische Symphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das viers\u00e4tzige Werk hatte seine Wurzeln in einer Schottland-Reise Mendelssohns, wurde aber erst 1842 fertig. Die Konzeption von Rasmus Baumann war offensichtlich, die vier S\u00e4tze des Werks wie einen langen erscheinen zu lassen \u2013 die S\u00e4tze gingen ineinander \u00fcber. Besonders gut aufgelegt waren die Holzbl\u00e4ser des Orchesters: Glockenrein und als Kammerensemble innerhalb des Orchesters wussten die Musiker zu gl\u00e4nzen. Man w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, dass sich die Qualit\u00e4t der vom Musikverein veranstalteten Konzerte herumspricht.<br \/> cbr<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-21-4\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 3.9.2019:<br \/> Mal auf Samtpfoten, mal ganz wild<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der junge Pianist Han Chen aus Taiwan begeisterte zum Abschluss des 21. Weseler Klaviersommers, einer vierteiligen Konzertreihe in der Aula der Musik- und Kunstschule. Das Publikum applaudierte stehend.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(wi) Was unterscheidet einen gew\u00f6hnlichen Klavierabend von einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen? Die Eindr\u00fccke des Ersteren hat man bald wieder vergessen, erinnert sich allenfalls noch schemenhaft an Programm und Interpret. Einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Klavierabend erkennt man daran, dass sich die Besucher \u00fcber das gerade Geh\u00f6rte angeregt austauschen. Mit einem solchen Glanzpunkt ging der 21. Weseler Klaviersommer zu Ende, eine vierteilige Konzertreihe in der Aula der Musikschule.<br \/> Den Abschluss setzte der aus Taiwan stammende Han Chen, der mit gerade einmal 27 Jahren bereits auf B\u00fchnen rund um den Globus musiziert. Er hatte drei Klaviersonaten f\u00fcr das Publikum in Wesel im Gep\u00e4ck, welche die gesamte Bandbreite des Genres und seiner Entwicklung widerspiegeln: die c-moll Sonate von Franz Schubert, eine B-dur Sonate von Serge Prokofieff. Zum Beginn gab es die Sonata for Piano, 2014 aus der Feder des amerikanischen Komponisten Steven Stucky geflossen.<br \/> Mal auf Samtpfoten daherkommend, mal wild und ausgelassen in gewaltigen Akkordkaskaden, bald dunkel grollend oder in sph\u00e4rischen Kl\u00e4ngen: Chen wusste stets die unb\u00e4ndige Kraft dieses Meisterwerks zu b\u00e4ndigen, das jegliche Konvention der Gattung, was Tonalit\u00e4t und Form betrifft, bereits weit hinter sich gelassen hat.<br \/> Den Weg dahin zeigten die beiden anderen Werke. Bei Franz Schuberts c-moll Sonate mit ihrer gro\u00dfen emotionalen Spannweite hat der Interpret immer die Qual der Wahl. Spielt man sie \u201eklassisch\u201c oder w\u00e4hlt man die \u201eromantische\u201c Variante? Chen zeigte, dass auch ein Mittelweg gangbar ist. Die beiden schnellen Ecks\u00e4tze spielte er geschwind und pr\u00e4zise, daf\u00fcr lie\u00df er im langsamen Adagio den Liedkomponisten Schubert zu voller Geltung gelangen.<br \/> Die B-dur-Sonate von Prokofieff liegt dann schon ein ganzes St\u00fcck weiter auf dem Weg in die Moderne. Nicht von ungef\u00e4hr hat Chen dieses Werk ans Ende seines Programms gesetzt, konnte er hier doch noch einmal seine ganze Klasse unter Beweis stellen. Den \u201etr\u00e4umendes Andante\u201c \u00fcberschriebenen Mittelsatz spielte er wahrhaft gedankenversunken, introvertiert, nahezu sch\u00fcchtern. Umso kontrastreicher dazu dann der mit technischen H\u00f6chstschwierigkeiten gespickte Schlusssatz. Die vielen Zuh\u00f6rer im fast ausverkauften Saal der Musik- und Kunstschule applaudierten stehend.<br \/> INFO<br \/> Wichtige Preise schon in jungen Jahren<br \/> Han Chen Jung gewann er schon wichtige Preise bei renommierten Klavierwettbewerben. Die New York Times w\u00fcrdigte ihn 2012 als Pianist mit \u201eanmutigem Anschlag, rhythmischer Pr\u00e4zision, hypnotischem Charme\u201c.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-21-3\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 30.7.2019:<br \/> Unbekannte und wiederentdeckte Musik \u00fcberrascht<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Der Pianist Ivan Ilic verbl\u00fcfft beim Klaviersommer in der Musik- und Kunstschule mit ungew\u00f6hnlichen Interpretationen.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">(wi) Mit einem weitgef\u00e4cherten Programm gastierte der US-amerikanische Pianist Ivan Ilic (41) am Sonntag in der Aula der Musik- und Kunstschule Wesel. Der umtriebige K\u00fcnstler mit den serbischen Wurzeln geh\u00f6rt zu einer neuen Generation von Pianisten, denen es nicht mehr gen\u00fcgt, immer wieder nur die alten Klassiker zu spielen, sondern die hungrig geblieben sind, um sowohl zeitgen\u00f6ssische Komponisten als auch bis dato unbekannte Tonsetzer (wieder-) zu entdecken und altbekannte Werke \u00fcberraschend neu zu interpretieren.<br \/> Ein solcher Fall der Wiederentdeckung gelang Ivan Ilic mit dem tschechischen Komponisten Anton\u00edn Reicha im Rahmen des Klaviersommers. Der Zeitgenosse Beethovens \u2013 als junge M\u00e4nner haben sie sogar zusammen im gleichen Orchester gespielt \u2013 war sp\u00e4ter unter anderem Kompositionslehrer von Hector Berlioz und Franz Liszt und galt als einer der gefragtesten Experten zum Thema Kontrapunkt. Allerdings gerieten Reicha und seine Werke bald in Vergessenheit, der Name Beethoven strahlte zu hell. So mussten nach seinem Tod erst 180 Jahre vergehen, bevor Ilic 2016 mit einer f\u00fcnfteiligen CD-Serie die Klavierwerke Reichas einem breiteren Publikum zug\u00e4nglich machte.<br \/> F\u00fcr das Konzert hatte er vier Et\u00fcden ausgesucht, die Reichas Kontrapunktexpertise unterstreichen. Ilic ist daf\u00fcr bekannt, unkonventionelle Programme f\u00fcr seine Konzerte zusammenzustellen und so reichte die Spannweite neben Reicha von Bach \u00fcber Beethoven bis hinein in die Romantik zu Chopin und Liszt und in die Moderne mit Hans Otte. Bei aller Heterogenit\u00e4t der Komponisten gab es doch einen roten Faden: Es waren allesamt Werke, die gemeinhin als \u201eromantisch\u201c wahrgenommen werden, weil sie von ruhigem Duktus sind und in Klang und Harmonien geradezu baden; selbst Beethovens Sonate \u201ePath\u00e9tique\u201c stellt, trotz der Dramatik im ersten Satz, in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Ivan Ilic bewies sein Gesp\u00fcr f\u00fcr die richtige Dosis, indem er nicht, wie manche seiner Kollegen, bei Chopin oder Liszt die Schw\u00fcle des seinerzeitigen Pariser Musiksalons wieder aufleben l\u00e4sst, sondern gleichsam einmal kr\u00e4ftig durchgel\u00fcftet hat. Seine \u201eConsolations\u201c (Liszt), nebst den Et\u00fcden und Pr\u00e9ludes von Chopin, sind von einiger N\u00fcchternheit, ja geradezu K\u00fchle (ohne technische Zugest\u00e4ndnisse zu machen) und er wirft so einen erfrischend neuen Blick auf diese altbekannten Werke.<br \/> Klangbilder all\u00fcberall: bei Hans Ottes \u201eBuch der Kl\u00e4nge\u201c ist der Name Programm. Die Miniaturen nach dem Vorbild der Minimalmusik spielen mit der Aufl\u00f6sung tradierter Formen und Harmonien, ohne atonal zu sein. Mit einer Bearbeitung von Chopins Es-moll-Et\u00fcde f\u00fcr die linke Hand allein von Leopold Godowsky beschloss Ilic sein Programm.<br \/> Auch bei der Zugabe blieb er dem Motto der ruhigen St\u00fccke treu und verabschiedete sich mit Debussys \u201eDie versunkene Kathedrale\u201c.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-21-2\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 25.6.2019:<br \/> Beeindruckender Klavierabend eines K\u00f6nners<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wataru Hisasue pr\u00e4sentierte gegens\u00e4tzliche Werke in einer interessanten Kombination.<br \/> VON CHRISTIAN BRAUMANN<br \/> Zum zweiten Konzert des diesj\u00e4hrigen Klaviersommers hatte der Musikverein Wesel geladen \u2013 und selbst die Veranstalter waren \u00fcberrascht, dass trotz des hei\u00dfen Sommertages doch rund 100 Besucher zur Zitadelle gekommen waren. Der K\u00fcnstler des Abends war der 25-j\u00e4hrige Japaner Wataru Hisasue.<br \/> Das Programm begann mit Haydn: Die h-Moll-Sonate ist f\u00fcr viele Pianisten ein beliebtes Er\u00f6ffnungsst\u00fcck, um sich an den Raum und das Instrument zu gew\u00f6hnen. Bei Wataru Hisasue geriet der erste Satz etwas rustikal \u2013 wohl eine Folge dieses Gew\u00f6hnungsprozesses. Die Filigranit\u00e4t des Werkes schien erst im zweiten und dritten Satz durch. Unbekannter sind die \u201eM\u00e9topes\u201c von Karol Szymanowski und die \u201eGymnop\u00e9dies\u201c von Eric Satie. Hisasue spielte die jeweils drei St\u00fccke abwechselnd, so dass auf Szymanowski Satie antwortete. Odysseus hatte es auf seiner langen Reise von Troja nach Ithaka mit vielen verzwickten Situationen und Gestalten zu tun: Szymanowski portr\u00e4tierte diese in pianistisch h\u00f6llisch schweren Charakterst\u00fccken, so dass der Pianist sich vorkommen mag, als w\u00e4re er Odysseus selbst, der mit List und Kraft die Musik zu meistern hat. Und das gelang Wataru Hisasue hervorragend: Die Klangberge der \u201eInsel der Sirenen\u201c etwa lie\u00dfen an die bergigen griechischen Inseln denken. Ganz gegens\u00e4tzlich dazu die St\u00fccke von Eric Satie. Strawinski hat einmal \u00fcber Vivaldi gesagt, er habe 400 Mal das gleiche Geigenkonzert komponiert. Vivaldi schien das Vorbild von Satie bei seinen Gymnop\u00e9dies zu sein: Drei ruhige, eigentlich nur von den Satzbezeichnungen zu unterscheidende St\u00fccke, v\u00f6llig gleich aufgebaut, bildeten den Kontrast zur aufw\u00fchlenden Musik Szymanowskis. In der Kombination wirkte das interessant: Die Gymnop\u00e9dies wirkten wie eine Art Promenade in Bildern einer Ausstellung.<br \/> Nach der Pause gab es noch einen Dauerbrenner des pianistischen Repertoires: Die Sonate in h-Moll von Chopin. Dass der 25-J\u00e4hrige technische Probleme nur vom H\u00f6rensagen kennt, hatte er bereits bewiesen. So konnte er bei Chopin seine Virtuosit\u00e4t ausspielen. Mal lyrisch-introvertiert, mal donnernd-extrovertiert. Auch die bei Haydn noch etwas vermisste Delikatezza war in den perlenden L\u00e4ufen des vierten Satzes zu h\u00f6ren. Ein beeindruckender Abend mit einem interessanten Pianisten ging mit einer Zugabe von Satie zu Ende: In dem Walzer zeigte Hisasue, dass Satie nicht immer das selbe Klavierst\u00fcck komponiert hat&#8230;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-19-7\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 9.4.2019:<br \/> Schumann ist \u201eihr Konzert\u201c<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Neue Philharmonie Westfalen bot ein anspruchsvolles Konzert im Weseler B\u00fchnenhaus.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Neue Philharmonie Westfalen gastierte im Weseler B\u00fchnenhaus und erhielt begeisterten Applaus. Unter anderem wurden zwei H\u00f6hepunkte der deutschen Romantik gespielt, jeweils von Schumann und Brahms.<br \/> Die Neue Philharmonie Westfalen mit der jungen Pianistin Lise de la Salle unter der Leitung von Rasmus Baumann war zu Gast im B\u00fchnenhaus. Zu h\u00f6ren gab es zwei H\u00f6hepunkte der deutschen Romantik: das Konzert f\u00fcr Klavier und Orchester a-moll op. 54 von Robert Schumann und die Symphonie Nr. 1 c-moll op. 68 von Johannes Brahms.<br \/> De la Salle bezeichnet das Schumann-Konzert gerne als \u201eihr\u201c Konzert, und das war bei der Auff\u00fchrung deutlich zu sp\u00fcren. Gef\u00fchlvoll, innig und mit viel Affekt gelangen ihr die ausziselierten Dialoge von Klavier und Orchester, aber ebenso zupackend und mit h\u00f6chster technischer Pr\u00e4zision die extrem schwierigen Passagen. Schumann brauchte bei der Komposition keinerlei R\u00fccksicht auf den Schwierigkeitsgrad zu nehmen, hat er das Konzert doch seiner Gattin Clara \u201ein die Finger\u201c geschrieben, der gr\u00f6\u00dften Klaviervirtuosin ihrer Zeit. Im Schlusssatz nahm das Ensemble die Spielanweisung \u201eAllegro vivace\u201c w\u00f6rtlich und schlug ein erfrischendes Tempo an, so dass Orchester und de la Salle noch einmal zu beweisen wussten, was sie k\u00f6nnen. Der hochromantische zweite Satz mit seinen langen Streicherlinien und lediglich Klaviergrundierung hingegen stand etwas sch\u00fcchtern zwischen den beiden dahinst\u00fcrmenden Ecks\u00e4tzen und h\u00e4tte etwas mehr Biss vertragen.<br \/> Das zweite Hauptwerk war Brahms\u2018 c-moll Symphonie; ein Werk, mit dem der Komponist sich sehr schwer getan hat. Bereits Mitte der 1850er Jahre gab es \u00dcberlegungen f\u00fcr eine Symphonie, aber immer wieder hat Brahms die Ausf\u00fchrung hintangestellt, weil er lange der Meinung war, dass nach Beethoven auf symphonischem Gebiet nichts Vollg\u00fcltiges mehr gesagt werden k\u00f6nne. 1876 wurde das Werk uraufgef\u00fchrt. Der Kritiker Hans von B\u00fclow pr\u00e4gte damals das anerkennende Aper\u00e7u \u201eBeethovens Zehnte\u201c. Und auch bei dieser anspruchsvollen Symphonie wurde die Neue Philharmonie Westfalen ihrem Anspruch mehr als gerecht. Rasmus Baumann und sein Orchester verstanden es, die emotionalen Schr\u00fcnde und Kl\u00fcfte greifbar zu machen, fanden in den ruhigen Passagen den richtigen Ton und auch dort, wo es richtig \u201ezur Sache geht\u201c, blieb der Klang voll und s\u00fcffig.<br \/> Als Einleitung zum Klavierkonzert kam ein Werk des zeitgen\u00f6ssischen Komponisten Enjott Schneider zur Auff\u00fchrung. \u201eFlorestan und Eusebius\u201c zitiert aus verschiedenen Werken Schumanns und verbindet die Zitate zu einer Collage, die nach Schumanns eigener Aussage seine beiden Hauptcharakterz\u00fcge symbolisieren: den extrovertierten, manischen Florestan und den introvertierten, depressiven und nachdenklichen Eusebius. \u201eTr\u00e4nen und Flammen\u201c war das Programm \u00fcberschrieben, und Schneiders Komposition schildert in nuce den Kampf der zwei Seelen in Schumanns Brust.<br \/> Das Weseler Publikum brachte seine Begeisterung mit anhaltendem Beifall zum Ausdruck.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-19-5\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 21.1.2019:<br \/> Romantik, Neo-Klassik und Tango<br \/> Das Trio Unico fasziniert im B\u00fchnenhaus vor allem mit wunderbaren Piazzolla-Interpretationen<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Von Eva Karnofsky<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unico, einzigartig, das waren sie, die drei jungen Musiker des Trio Unico, die am Freitagabend im B\u00fchnenhaus vier Komponisten verschiedener Epochen spielten. Ihre Interpretation des argentinischen Tango-Komponisten und \u2013Erneuerers Astor Piazzolla (1921 \u2013 1992) sucht ihresgleichen, doch ob Romantik oder Moderne \u2013 dem Trio Unico gelang es. Entsprechend begeistert war das Publikum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich nicht erstaunlich, denn Fl\u00f6tistin Myriam Ghani, Cellistin Katarina Schmidt und Pianist Victor Soos haben, obwohl alle noch unter 30 Jahren, schon bedeutende Musikpreise gewonnen und mit namhaften Orchestern gespielt. Katarina Schmidt wurde ein Violoncello von 1751 aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds zur Verf\u00fcgung gestellt \u2013 auch das eine Auszeichnung. Es ist immer wieder erstaunlich, welche T\u00f6ne sie dem Instrument entlockt, ganz gleich, ob sie es zupft oder mit dem Bogen spielt. Wenn jemand noch herausragte bei dem wunderbaren Konzert, dann die grandiose Cellistin. Der St\u00e4dtische Musikverein Wesel hat wieder mal eine sichere Hand bei der Einladung der K\u00fcnstler bewiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Anfang des Konzerts macht ein Trio g-Moll von \u201eFreisch\u00fctz\u201c-Komponist Carl-Maria von Weber (1786 \u2013 1826), der gemeinhin als der Begr\u00fcnder der Romantik gilt. Gleich im ersten Satz f\u00e4llt auf, wie warm und kraftvoll das Trio Unico daherkommt und wie pr\u00e4zise das Zusammenspiel funktioniert. Im zweiten Satz gef\u00e4llt besonders die tirilierende Fl\u00f6te. Der Fl\u00fcgel tritt oft hinter den beiden anderen Instrumenten zur\u00fcck, doch wenn, wie im dritten Satz, Victor Soos mal allein zu h\u00f6ren ist, \u00fcberzeugt der erst 22-J\u00e4hrige durch sein wohl temperiertes Spiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach dann Piazzolla, genauer sein \u201eInvierno Porte\u00f1o\u201c, der Winter von Buenos Aires aus dem Jahr 1969. Die drei versetzen den Zuh\u00f6rer in eine Tango-Kneipe der argentinischen Hauptstadt, bringen Melancholie und Tristesse ihrer Bewohner sowie die Entt\u00e4uschung \u00fcber das \u00e4rmliche Dasein exakt r\u00fcber. Sie haben das Gef\u00fchl genau verstanden, das Piazzolla transportieren m\u00f6chte. Und sein Bandoneon vermisst man nicht, denn da ist ja das wunderbare Zusammenspiel von Violoncello und Fl\u00f6te, das dessen tragende Rolle \u00fcbernimmt. Als Zugabe bringen die drei dann noch den Fr\u00fchling von Buenos Aires, \u201ePrimavera Porte\u00f1a\u201c, von 1971: Die Stimmung ist quirlig und aufgekratzt, doch immer wieder dringt sie durch, die Melancholie der Stadt und des Tango.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Trio des tschechischen Neoklassikers Bohuslav Martinu (1890 \u2013 1959) kommt fr\u00f6hlich, ja t\u00e4nzerisch daher und Katarina Schmidt entlockt ihrem Cello die unglaublichsten T\u00f6ne, auch ihr Bogen tanzt f\u00f6rmlich \u00fcber die Seiten. Mit einem der \u201eHits\u201c der Romantik, dem Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 \u2013 1847), begeben sich die drei zum Schluss auf bew\u00e4hrtes Konzert-Terrain \u2013 weich und harmonisch zun\u00e4chst, dann perlend und schnell.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-19-4\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 17.12..2018:<br \/> \u00dcberzeugendes Zusammenspiel mit melancholischer Note<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Das Klaviertrio W\u00fcrzburg gastierte im B\u00fchnenhaus. St\u00e4dtischer Musikverein trauert um Renate Br\u00fctzel.<br \/> Von Christian Braumann<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Klaviertrio W\u00fcrzburg war am Freitagabend im B\u00fchnenhaus Wesel zu Gast mit einem Pogramm mit Werken von Franz Schubert, Camille Saint-Sa\u00ebns und Peter Tschaikowsky.<br \/> Die drei Musiker haben sich schon w\u00e4hrend des Studiums zusammengefunden. Das Ensemble existiert seit 2001 und besteht aus den Schwestern Katharina und Karla-Maria Cording (Violine und Klavier) und dem Cellisten Peer-Christoph Pulc.<br \/> Zu Beginn des Konzerts stand das sogenannte \u201eNotturno\u201c von Franz Schubert auf dem Programm, \u00e4hnlich wie die ber\u00fchmte \u201eMondscheinsonate\u201c von Ludwig van Beethoven ein Werk, dem gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Verleger einen Titel hinzugef\u00fcgt haben, ohne dass der Komponist daran gedacht h\u00e4tte, einen Titel festzulegen.<br \/> Sehr ruhig lie\u00dfen die Musiker das Konzert beginnen: die Terzen- und Sextenpassagen der Streicher entfalteten sich breit \u00fcber der perlenden Begleitung des Klaviers. Den ganzen Abend \u00fcber fiel auf, dass sich Karla-Maria Cording dynamisch sehr zur\u00fcckhielt, so dass die Streicher auch an den leisen Stellen sehr gut zu h\u00f6ren waren.<br \/> Das zweite Klaviertrio von Camille Saint-Sa\u00ebns ist schon wegen der Zahl der S\u00e4tze bemerkenswert: Statt, wie \u00fcblich f\u00fcr die Kammermusik dieser Zeit, drei- oder viers\u00e4tzig, umfasst dieses Werk f\u00fcnf S\u00e4tze. Auch in diesem Trio \u00fcberzeugte das gute Zusammenspiel der drei Musiker des Klaviertrios W\u00fcrzburg. Den zentralen langsamen Satz, der von an Robert Schumann erinnernden S\u00e4tzen eingerahmt wird, fassten die drei Musiker eher lyrisch als leidenschaftlich auf. Mit dem fugierten Finale entlie\u00df das Trio die Zuh\u00f6rer des etwa zur H\u00e4lfte gef\u00fcllten B\u00fchnenhauses in die Pause.<br \/> Auch das abschlie\u00dfende Trio von Peter Tschaikowsky ist ein eher lyrisch-melancholisch gepr\u00e4gtes Werk. Es ist \u201eDem Andenken eines gro\u00dfen K\u00fcnstlers\u201c gewidmet: Zum ersten Todestag von Nikolai Rubinstein, dem Gr\u00fcnder des Moskauer Konservatoriums, wurde es uraufgef\u00fchrt.<br \/> Das Klaviertrio W\u00fcrzburg w\u00e4hlte auch hier einen verhalten-versonnenen Stil der Interpretation. Gelegentlich h\u00e4tte man sich, zum Beispiel im Finale, das immerhin \u201erisoluto\u201c und \u201econ fuoco\u201c (mit Feuer) \u00fcberschrieben ist, ein wenig mehr Brillanz gew\u00fcnscht.<br \/> Die Zuh\u00f6rer erklatschten sich noch eine Zugabe: Der \u201eSchwan\u201c aus dem \u201eKarneval der Tiere\u201c von Camille Saint-Sa\u00ebns bildete den Abschluss des Konzerts.<br \/> Nat\u00fcrlich war es ein Zufall, dass das Konzert von melancholisch-trauriger Musik gepr\u00e4gt war, leider jedoch passte diese Atmosph\u00e4re genau zu diesem Abend: Nach der Pause musste Dr. Max Brandt vom St\u00e4dtischen Musikverein dem Publikum mitteilen, dass Renate Br\u00fctzel, die Vorsitzende des Musikvereins, einige Tage zuvor v\u00f6llig unerwartet verstorben war. Und so wird mancher das abschlie\u00dfende Tschaikowsky-Trio mit anderen Ohren geh\u00f6rt haben&#8230;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-19-3\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 26.11.2018:<br \/> Musikalische Reise durch Europa &#8211; Tango, Bol\u00e9ro und die Piaf<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Hellweger Cellisten begeisterten im B\u00fchnenhaus mit einer musikalischen Reise durch Europa<br \/> Von Eva Karnofsky<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man glaubt es kaum, doch ein Cello kann ein Bandoneon ersetzen. In einer Komposition, die eigens f\u00fcr das Handzuginstrument geschrieben wurde, von niemand geringerem als dem Argentinier Astor Piazzolla, dem Meister des Tango Nuevo. Wenn dessen \u201eLibertango\u201c dann noch pr\u00e4zise und mindestens genauso leidenschaftlich r\u00fcberkommt, dann m\u00fcssen schon gro\u00dfe Musiker am Werk sein. Dass sie das sind, bewiesen \u201eDie zw\u00f6lf Hellweger Cellisten\u201c am Freitag im B\u00fchnenhaus.<br \/> Zw\u00f6lf Celli, acht Frauen, vier M\u00e4nner, aus acht L\u00e4ndern, von drei Kontinenten: Unter der musikalischen Leitung von Felicitas Stephan aus der Hellweg-Stadt Unna verdienten sie sich stehende Ovationen.<br \/> \u201eParis &#8211; Eine musikalische Reise in die Stadt der Liebe\u201c hie\u00df ihre Klangreise durch verschiedene L\u00e4nder Europas, die mit einer hinrei\u00dfenden Interpretation des \u201eBol\u00e9ro\u201c von Maurice Ravel an der Seine endete. Den besonderen Reiz der Cello-Version des \u201eBol\u00e9ro\u201c machte aus, dass der immer gleiche Takt mal auf dem Instrumentenk\u00f6rper geklopft, mal mit dem Plektrum erzeugt und mal \u201enormal\u201c mit dem Bogen gestrichen wurde. Ein Erlebnis und nach Piazzolla der zweite H\u00f6hepunkt des Abends, in den der S\u00fcdamerikaner insofern passte, als er mehrfach l\u00e4ngere Zeit in Paris gelebt hat.<br \/> Doch nichts, was nicht h\u00f6renswert gewesen w\u00e4re. \u201eAses Tod\u201c aus der Peer-Gynt-Suite des Norwegers Edvard Grieg zeigte, dass Celli besonders gut Trauer ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Wenig sp\u00e4ter, mit dem St\u00fcck \u201eKobold\u201c, bewiesen die Zw\u00f6lf dann noch, dass nicht nur ein Klavier, sondern auch ein Cello das Schalkhafte, Ausgelassene dieser Figur vermitteln kann.<br \/> Niemand wird musikalisch so mit Paris verbunden wie Edith Piaf, und so durften ihre beiden Chansons \u201eSous le ciel de Paris\u201c und \u201eMilord\u201c nicht fehlen. Die Rhythmuswechsel vom Walzer zum Charleston gelangen wunderbar, und man traut es sich kaum zu sagen: Der Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer vermissten die Piaf nicht einmal.<br \/> Werke von Georg Friedrich H\u00e4ndel, der Franzosen Joseph de Boismortier, Claude Debussy und Gabriel Faur\u00e9, des Letten Karl Davidoff und des Spaniers Isaac Alb\u00e9niz waren weitere Stationen auf der wunderbaren Reise nach Paris, wobei niemand, man ahnt es schon, lieber die Gitarre geh\u00f6rt h\u00e4tte, die Alb\u00e9niz f\u00fcr sein \u201eAsturias\u201c vorgesehen hatte. Die musikalische Tour begann mit H\u00e4ndel im 17. Jahrhundert, und mit ihrer Zugabe, Paul McCartneys \u201eYesterday\u201c, zeigten \u201eDie zw\u00f6lf Hellweger Cellisten\u201c, dass sie sich auch auf die Gegenwart verstehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-19-2\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 15.10.2018:<br \/> Eine Huldigung an Bernstein<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Das Sonic Art Saxophonquartett feierte den 100. Geburtstag des amerikanischen Komponisten mit einem tollen Auftritt im B\u00fchnenhaus<br \/> Alexander Flori\u00e9-Albrecht<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein besonderer Komponist verdient eine besondere musikalische W\u00fcrdigung &#8211; dieser Gedanke muss die Verantwortlichen des St\u00e4dtischen Musikvereins Wesel wohl geleitet haben.<br \/> Zum 100. Geburtstag des Amerikaners Leonard Bernstein hatte man mit dem Sonic Art-Saxophonquartett vier au\u00dfergew\u00f6hnliche Musiker ins B\u00fchnenhaus eingeladen, die mit ihren musikalischen Fertigkeiten dessen gro\u00dfes k\u00fcnstlerisches Erbe angemessen darbieten konnten.<br \/> Dabei unterstrichen Adrian Tully (Sopransaxophon), Alexander Doroshkevich (Altsaxophon), Claudia Meures (Tenorsaxophon) und Annegret Tully (Bariton-Saxofon), warum sie seit ihrer Gr\u00fcndung 2005 mit mehreren internationalen Musikpreisen ausgezeichnet worden sind.<br \/> Was das Quartett auszeichnete an diesem Abend, war ein hoher Grad an Stilsicherheit, Filigranit\u00e4t und Spielwitz, eine traumwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel und eine gelungene Symbiose aus Technik und Gef\u00fchl.<br \/> Schon mit Bernsteins \u201eCandide Ouverture\u201c traten all diese Eigenschaften zutage: ein auch k\u00f6rperlich lebendiges, sehr gut miteinander harmonierendes Ensemble, technisch auf extrem hohem Niveau und dabei mit unmittelbarer Ausstrahlung, den klassischen wie auch humorvollen Anteil der Komposition h\u00f6rbar zu machen.<br \/> Man habe bewusst auch \u201eWeggef\u00e4hrten und Freunde\u201c Bernsteins mit in das Programm mit einbezogen, erl\u00e4uterte Claudia Meures, ehe das Quartett ein Vorbild von Bernstein und \u201ezweiten bedeutenden Komponisten des 20 . Jahrhunderts\u201c, George Gershwin, mit \u201ePorgy and Bess\u201c interpretierte.<br \/> Ob swingig-furios wie bei \u201eJasbo Brown\u201c, weich-sensibel wie bei dem Klassiker \u201eSummertime\u201c als kammermusikalisches Dixieland in Zeitlupe oder dem charmanten \u201eIt ain\u2019t necessarily so\u201c &#8211; die vier trafen wortw\u00f6rtlich den richtigen Ton. Auch bei den vier kurzen Blues\u00adst\u00fccken von Aaron Copland bewiesen sie ihr gutes Feeling und Timing, mit Bernsteins \u201eSlava!\u201c die passende Portion Humor.<br \/> Und nach der Pause konnten die vier Musiker aus Wei\u00dfrussland, Australien und Deutschland das Niveau nochmal ein St\u00fcck anheben. Die \u201eThree preludes\u201c von Gershwin gerieten zu einer toll vom Klavier \u00fcbertragenen Melange aus Bossa, Blues, getragener Ballade und innigem Mitschnipp\u00adst\u00fcck.<br \/> Geradezu sensationell-sentimental und mit gro\u00dfer Klasse interpretierten die vier Samuel Barbers \u201eAdagio\u201c, ehe ein brillanter 26-min\u00fctiger Streifzug durch Bernsteins \u201eWestside Story\u201c mit unfassbar gef\u00fchlvoll-emotionalen, spielerisch exzellent dargebotenen Versionen von \u201eI feel pretty\u201c, \u201eSomewhere\u201c oder der \u201eBalcony Scene\u201c das Highlight des Abends waren.<br \/> Als Zugaben sorgten die vier im Stehen mit \u201eI want to be in America\u201c, dem sehr gef\u00fchlvollen Satz von Philipp Glass, und \u201eI got rhythm\u201c f\u00fcr weiteren Ohrenschmaus, bis auch der letzte Gast mit einem lachenden &#8211; und vielleicht weinenden &#8211; Auge das B\u00fchnenhaus nach einem beeindruckenden Konzert verlie\u00df.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-19-1\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 1.10.2018:<br \/> Ein beschwingter Genuss &#8211; Politik und Musik passen perfekt<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Konzert der Neuen Philharmonie Westfalen wurden 60 Jahre St\u00e4dtisches B\u00fchnenhaus gefeiert. Schauspieler August Zirner als Sprecher<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eva Karnofsky<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dirigent Rasmus Baumann und die Neue Philharmonie Westfalen waren bestens aufgelegt. Mit Schauspieler August Zirner hatte das Orchester aus Recklinghausen zudem einen illustren Sprecher mitgebracht, und so wurde das Konzert zum 60. Geburtstag des St\u00e4dtischen B\u00fchnenhauses am Samstag ein vor allem beschwingter Genuss, obwohl der Titel \u201ePolitik\u201c eigentlich eher schwere Kost vermuten lie\u00df.<br \/> Bevor es losging, wies Hausherr Paul Borgardts noch auf die Vielfalt hin, die das B\u00fchnenhaus von je her zu bieten hat, und B\u00fcrgermeisterin Ulrike Westkamp erinnerte an die Entstehungsgeschichte, daran, dass die Theatertradition in Wesel zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einer Kneipe in der Magermannstra\u00dfe ihren Anfang nahm.<br \/> Mit der 9. Sinfonie in Es-Dur von Dmitri Schostakowitsch (1906\u2013 1975) leitete ein Werk den Abend ein, das der russische Komponist nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschrieben hatte. Der Kreml, in dem damals Stalin residierte, erwartete eine bombastische Sinfonie, die dem Sieg huldigte, doch Schostakowitsch entt\u00e4uschte die Politik: Seine Neunte kommt mal tr\u00e4llernd, mal t\u00e4nzerisch leicht, mal wie eine Zirkusmusik daher, und dann wieder glaubt man, dem Soundtrack eines Horrorfilms zu lauschen. Allein von einem Siegesmarsch keine Spur. Schostakowitsch hatte sich \u00fcber Stalin lustig gemacht. Die Interpretation der Neuen Philharmonie Westfalen unterstreicht das Burleske des Werks.<br \/> Kernst\u00fcck des Konzerts ist \u201eA Lincoln Portrait\u201c des US-Komponisten Aaron Copland (1900\u2013 1990), der w\u00e4hrend der McCarthy-Zeit wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe in Hollywood auf der schwarzen Liste stand. Sein \u201eA Lincoln Portrait\u201c entstand 1942. Das Besondere daran ist nicht nur, dass die Musik den melancholisch-nachdenklichen Charakter des einstigen US-Pr\u00e4sidenten nachempfindet \u2013 es wird auch immer ein ber\u00fchmter Sprecher dazu eingeladen, aus ber\u00fchmten Texten Abraham Lincolns zu rezitieren. Paul Newman oder Tom Hanks haben schon seine bis heute aktuelle Botschaft an den Kongress \u201eMitb\u00fcrger, wir k\u00f6nnen der Geschichte nicht entfliehen\u201c zu Coplands Musik gelesen. In Wesel \u00fcbernahm dies August Zirner, er las das englische Original. Als Sohn \u00f6sterreichisch-amerikanischer Juden ist Zirner in den USA aufgewachsen. W\u00e4hrend er spricht, nimmt sich das Orchester zur\u00fcck, tr\u00e4gt nur leise die kr\u00e4ftigen Worte, so dass Lincolns Bild vor dem geistigen Auge entstehen kann. Zirner spricht ohne Pathos, und dies \u201eunsere Probleme sind neu f\u00fcr uns, deshalb m\u00fcssen wir neue Wege beschreiten. Wir m\u00fcssen jeden Zweifel und jede Angst absch\u00fctteln\u201c aus dem Jahr 1862 klingt aus seinem Munde so, als richte er sich an die Politik von heute. Er hat den Ton getroffen, das signalisiert der Applaus.<br \/> Zum Schluss eine Sternstunde \u2013 Ludwig van Beethovens (1770\u2013 1827) dritte Sinfonie, die \u201eEroica\u201c. Unangestrengt, mit viel Engagement und Spielfreude zeigt sich die Neue Philharmonie Westfalen. Das Ergebnis ist perfekt. Mit seiner \u201eHeldischen\u201c hatte Beethoven Napoleon feiern wollen. Doch als dieser die Ideale der Franz\u00f6sischen Revolution verriet, zog der Komponist die Widmung zur\u00fcck. Auch das war Politik.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS18-4\"><\/a>NRZ und RP (Ausgabe Wesel) am 28.8.2018<br \/> Eine Tastenvirtuosin ersten Ranges &#8211; Japanerin begeistert am Klavier<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Aya Sakamoto spielte beim Jubil\u00e4umskonzert des 20. Klaviersommers in Wesel. Die international gefragte Musikerin hat sogar schon vor dem japanischen Kaiserpaar im Palast in Tokio gespielt.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">VON DIETER KR\u00dcSSMANN<br \/> Genau 20 Jahre ist es her, dass die Idee zum Weseler Klaviersommer entstand. Jedes Jahr, und zwar immer an einem Sonntag in den Monaten Mai bis August, kommen hoch k\u00fcnstlerisch begabte junge internationale Pianisten nach Wesel in die Aula der Musik- und Kunstschule in der Zitadelle.<br \/> Dieses musikalische Event hat sich mittlerweile weit herumgesprochen und ist zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe im sommerlichen Kulturangebot der Hansestadt geworden. Daf\u00fcr haben sich der St\u00e4dtische Musikverein, die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe, die Klavierfirma Kawai und die Musik- und Kunstschule stark gemacht.<br \/> Besonderheit ist, dass in den 20 Jahren, also bei 80 Veranstaltungen, 80 Pianisten und Pianistinnen aus 16 Nationen (darunter Japan, USA, Russland, Griechenland, Deutschland und Korea) ihre Fingerfertigkeit gezeigt haben. Das hei\u00dft, dass nicht eine Veranstaltung ausgefallen ist. Die Zuh\u00f6rerschaft stieg von Jahr zu Jahr.<br \/> Eigentlich war geplant, das Jubil\u00e4umskonzert Nr. 80 ins benachbarte LVR-Niederrheinmuseum zu verlegen, doch man entschied sich wegen der Atmosph\u00e4re und der guten Akustik wieder f\u00fcr die Aula. Alle bisherigen K\u00fcnstler hatten dies best\u00e4tigt. Dieses Mal war Aya Sakamoto aus Japan zu Gast. Entgegen den Ank\u00fcndigungen bekam das Publikum \u2013 mehr als 130 Klassikliebhaber waren gekommen, darunter auch B\u00fcrgermeisterin Ulrike Westkamp \u2013 nicht die geplanten Klavierwerke von Josef Haydn, Franz Schubert, Johann Sebastian Bach und Ferruccio Busoni zu h\u00f6ren.<br \/> Ludwig van Beethovens Andante Favori WoO. 57 und Sergej Rachmaninovs Variations on a Theme of Corelli op. 42 standen auf dem Programm. Hinzu kam eine moderne Komposition von Minako Tokuyama. Im zweiten Teil standen Werke von Franz Liszt im Vordergrund. Mit Ann\u00e9es de p\u00e8lerinage \u2013 Premi\u00e8res Ann\u00e9es \u201eSuisse\u201c S. 160 mit gleich sechs Passagen sowie dem weltber\u00fchmten \u201eLiebestraum Nr. 3\u201c gab es Leckerbissen. Ohne eine Zugabe mit einer Komposition von Frederic Chopin ging die sympathische Japanerin, die auch gut Deutsch spricht, nicht von der B\u00fchne.<br \/> Aya Sakamoto, die im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel begann, begeisterte. \u00c4u\u00dferst konzentriert, mit viel Fingerspitzengef\u00fchl und sehr gutem Ausdruck und Anschlag konnte man eine hochbegabte Klavierspielerin erleben. Man hatte den Eindruck, als ber\u00fchrte sie alle Tasten des Fl\u00fcgels. Sie ist eine gefragte K\u00fcnstlerin, erhielt zahlreiche Preise und hatte 2012 sogar die Ehre, vor dem japanischen Kaiserpaar im Palast in Tokio zu spielen. Dar\u00fcber hinaus konzertiert sie mit ber\u00fchmten Orchestern und spielt regelm\u00e4\u00dfig in Berlin, Moskau, Spanien und nat\u00fcrlich auch in ihrem Heimatland<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS-18-1\"><\/a>NRZ und RP-8.5.2018, Wesel<br \/> Zwischen Z\u00e4rtlichkeit und Hetzjagd &#8211; Fulminanter Auftakt des Weseler Klaviersommers<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Der Koreaner Jaeyeon Won er\u00f6ffnet mit einem fulminanten Auftritt den Weseler Klaviersommer in der Musik- und Kunstschule<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Alexander Flori\u00e9-Albrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Beginn des eigentlichen Konzerts richtete die Leiterin der Musik- und Kunstschule, Dagmar Beinke-Bornemann, einige pers\u00f6nliche Worte an die Anwesenden. \u201eIch bin ein bisschen stolz auf 20 Jahre Klaviersommer \u2013 damals 1998 war das noch ein anderes Umfeld als heute\u201c. Sie dankte allen Zuschauern, Unterst\u00fctzern und Sponsoren der vergangenen Jahre, ohne die eine Serie von dieser Dauer und mit dieser Musik schlicht nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<br \/> Danach leitete sie die Aufmerksamkeit auf den K\u00fcnstler des Abends, das koreanische \u201eMultitalent\u201c Jaeyeon Won, der \u2013 in Seoul geboren und in K\u00f6ln lebend \u2013 mit sechs Jahren Klavier zu spielen begann, sich einen guten Ruf bei diversen nationalen und internationalen Wettbewerben verschaffte und zuletzt beim 61. Busoni-Klavierwettbewerb 2017 den zweiten Preis und den Publikumspreis gewann.<br \/> Dass dies durchaus seine nachvollziehbare Berechtigung hat, davon konnten sich die Zuh\u00f6rer in der Aula der Musik- und Kunstschule an der Zitadelle in den folgenden knapp zwei Stunden ein angemessenes Bild machen.<br \/> Denn der 30-J\u00e4hrige zauberte mit Fingerfertigkeit, technischer Klasse und brilliantem Spiel ein Programm auf h\u00f6chstem Niveau herbei, das das Publikum in verschiedene emotionale (Klang-)Welten entf\u00fchrte und die Meisterschaft des jungen Pianisten eindrucksvoll unterstrich.<br \/> Zum Auftakt bot Won die \u201eKlaviersonate in C-Dur\u201c von Joseph Haydn, eine romantische Komposition mit zarter Grundmelodie, deren T\u00f6ne er beim \u201eAndante con espressione\u201c im Raum \u201eatmen\u201c lie\u00df, um sie anschlie\u00dfend mit flie\u00dfenden, heiter-pointiertem Ansatz und fast tr\u00e4umerischer Note dem Publikum zu Geh\u00f6r zu bringen. Das \u201eRondo\u201c \u00f6ffnete das Ganze zu einem vielschichtigem, phasenweise dramatischen Klangbild.<br \/> Im Anschluss daran brillierte der Koreaner mit den \u201eApparitions Nr. 1\u201c von Franz Liszt \u2013 mit Intensit\u00e4t, viel Gesp\u00fcr und Ausdruck interpretierte er das poetisch-melancholisch anmutende St\u00fcck, gab ihm viel Charisma, Leichtigkeit und Zartheit mit.<br \/> Der Kontrast danach h\u00e4tte nicht klarer ausfallen k\u00f6nnen \u2013 Bela Bartoks \u201eIm Freien\u201c geriet zu einem atonal-abstrakten, furiosen Klangfeuerwerk, das vor der Pause f\u00fcr Begeisterung sorgte.<br \/> \u201eMit Trommel und Pfeifen\u201c wirkte tats\u00e4chlich so, als k\u00f6nne man auf dem Klavier einen metallischen Schlag h\u00f6ren. Die \u201eBacarolla\u201c geriet zur erneuten Aufwallung der Akkorde, die \u201eMusettes\u201c fast verst\u00f6rend in der Brechung klassischer Formen mit tollem Touch. Geradezu atmos\u00adph\u00e4risch-unheimlich waren dann die \u201eKl\u00e4nge der Nacht\u201c, ehe Won die \u201eHetzjagd\u201c mit stakkatohaft-galoppierenden S\u00e4tzen im atemberaubenden Tempo erfahrbar werden lie\u00df.<br \/> Nach der Pause brillierte der Koreaner nochmal mit zwei weiteren gro\u00dfen Meistern \u2013 der \u201eHumoreske in B-Dur\u201c von Robert Schumann und der fabelhaften \u201eDanse Macabre\u201c von Camille Saint-Saens, wo Jaeyeon Won nochmal seine Klasse unterstrich \u2013 ein w\u00fcrdiger Auftakt der Klaviersommer-Reihe.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-7\"><\/a>NRZ und RP-30.4.2018, Wesel<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Bravo-Rufe und viel Applaus f\u00fcr Musiker aus Duisburg<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Seit vielen Jahren kommen die Duisburger Philharmoniker nach Wesel ins B\u00fchnenhaus und beeindrucken das Publikum mit ihrer Qualit\u00e4t. Zum Abschluss der Konzertsaison 2017\/18 gab es noch einmal einen musikalischen Leckerbissen f\u00fcr alle Klassikfreunde. Unter der Leitung von Axel Kober, Generalmusikdirektor an der Deutschen Oper am Rhein D\u00fcsseldorf\/Duisburg und jetziger Chefdirigent des Duisburger Orchesters, wurden Werke von drei Komponisten des 19. Jahrhunderts pr\u00e4sentiert.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits eine Dreiviertelstunde zuvor gab der Voerder Musiker Christian Braumann im Foyer eine kleine Einf\u00fchrung ins Programm. Im Mittelpunkt stand die in der Schweiz aufgewachsene, noch junge Louise Pollock, eine preisgekr\u00f6nte Solistin, die als Erste Soloposaunistin an der Oper im schwedischen G\u00f6teborg eine feste Stelle hat. Sie spielte das Concertino f\u00fcr Posaune und Orchester op. 4, Es-Dur mit drei S\u00e4tzen von Ferdinand David (1810-1873), eines Kollegen von Felix Mendelssohn-Bartholdy.<br \/> Die 28-J\u00e4hrige beherrscht das Blasinstrument, das in Musikerkreisen oft als &#8222;Schiebetrompete&#8220; bezeichnet wird, perfekt. Farbenreich und klangsch\u00f6n war ihr Spiel. &#8222;Was muss diese zierliche Person blo\u00df f\u00fcr eine Lunge haben&#8220;, sagte eine der vielen Zuh\u00f6rerinnen.<br \/> Das weniger bekannte Werk war schon ein hochvirtuoses St\u00fcck vom Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, mit dessen Namen die meisten Klassik-Kenner wohl nicht viel anfangen k\u00f6nnen. Aber das war noch nicht alles an diesem wunderbaren Konzertabend. Da war zum einen am Anfang die Streicherserenade E-Dur, op. 22 von Antonin Dvorak (1841-1904), die \u00fcber sechs verschiedene S\u00e4tze verf\u00fcgte. Axel Kober dirigierte mit Leichtigkeit ein gut einstudiertes Streichorchester.<br \/> Selten h\u00f6rt man solch einen erstklassigen Klangk\u00f6rper. Die Philharmoniker spielten zudem die ber\u00fchmte Schauspielmusik zu William Shakespeares &#8222;Ein Sommernachtstraum&#8220; von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) mit Ouvert\u00fcre, Scherzo und Intermezzo. Schlusssatz bildete der zackige &#8222;Hochzeitsmarsch&#8220;, das wohl meist gespielte Werk bei Trauungen in aller Welt. Ganze 17 Jahre alt war der Komponist, der 1826 die Ouvert\u00fcre schrieb und 1843 noch den Hochzeitsmarsch hinzuf\u00fcgte. Besonders auff\u00e4llig war, dass das Orchester umbesetzt war &#8211; die ersten und zweiten Violinen sa\u00dfen gegen\u00fcber, die Violoncelli in der Mitte und die Kontrab\u00e4sse spielten auf der linken Seite, w\u00e4hrend oben die Bl\u00e4ser sa\u00dfen. Das ergab ein gutes Klangbild.<br \/> Am Ende dann Bravo-Rufe, langer Beifall und Blumenstr\u00e4u\u00dfe f\u00fcr die Solistin und den Dirigenten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-6\"><\/a>NRZ und RP-20.3.2018, Wesel<br \/> Neue Philharmonie Westfalen \u00fcberzeugte<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Daniel Ottensamer zeigte im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus seine \u00fcberragenden K\u00fcnste an der Klarinette<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Alexander Flori\u00e9-Albrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich Teile eines Klassikpublikums schon am Ende des ersten Konzertteiles von ihren Sitzen erheben, dann muss schon etwas ganz Besonderes passiert sein. So verhielt es sich am Sonntagabend im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus, als der geb\u00fcrtige Wiener Daniel Ottensamer die Gl\u00fcckwunsche des Dirigenten Nicholas Milton entgegennahm und ein kleines Dankespr\u00e4sent erhielt.<br \/> Denn in der halben Stunde zuvor hatte der 31-J\u00e4hrige mit seinem klaren, sauberen und ungeheuer filigranen, leichtf\u00fc\u00dfig wirkenden Spiel das Klarinettenkonzert Nr. 1, f-Moll op. 75 von Carl Maria von Weber als Solist veredelt.<br \/> Vor dessen au\u00dfergew\u00f6hnlicher Leistung hatte das 40-k\u00f6pfige Ensemble der \u201eNeuen Philharmonie Westfalen\u201c die Qualit\u00e4tslatte schonmal enorm hoch gelegt. Bereits der Auftakt geriet mit der \u201eHebriden-Ouvert\u00fcre op. 26\u201c von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu einem besonderen akustischen Vergn\u00fcgen.<br \/> Dem Orchester gelang es auf furiose Art und Weise, die melodische Poesie des Hauptthemas, das von Bratsche, Cello und Fagott vorgetragen wurde, mit der Dramatik der Streicher zum aufgew\u00fchlten, wuchtigen Wellensturm zu verbinden, der \u201emusikalisch\u201c gegen die schottischen Hebriden-Inseln peitscht.<br \/> Im Anschluss trat Daniel Ottensamer auf und sein feiner, lupenreiner und \u00e4sthetischer Klang pr\u00e4gten \u201eAllegro\u201c, \u201eAdagio ma non troppo\u201c und insbesondere das \u201eRondo: Allegretto\u201c. Mit einer geradezu spielerischen Leichtigkeit und Selbstverst\u00e4ndlichkeit flogen seine H\u00e4nde in h\u00f6chsten Tempo \u00fcber das Instrument, verlieh er der Musik Dynamik, sinnliches Gef\u00fchl und Klang. Dazu erg\u00e4nzte ihn das Orchester mit der ganzen Bandbreite seiner Instrumente, setzte mit den drei H\u00f6rnern und dem gem\u00fctvollen Choral den \u201eSignaturklang\u201c der deutschen Romantik.<br \/> Nach der Pause durfte das Orchester ohne den Solisten ran \u2013 was der Qualit\u00e4t der Darbietung aber keinerlei Abbruch tat. Franz Schuberts \u201egro\u00dfe\u201c C-Dur Sinfonie, die als eine der Schl\u00fcsselwerke der Fr\u00fchromantik gilt, geriet zu einem wunderbaren Klangerlebnis aus einem Guss.<br \/> Das romantische Thema des Solohorns zum Auftakt wanderte im \u201eAndante\u201c in die H\u00f6rner und zu den Streichern, erg\u00e4nzt durch die triolierten Achtelfiguren der Violinen, die damit die Bewegungsenergie der Musik bis zum verdichteten Orchester-H\u00f6hepunkt steigerten.<br \/> Kribbelnde Spannung, tolles Tempo und gro\u00dfe Energie erlebte das Publikum mit dem \u201eAllegro vivace\u201c \u2013 starkes Ende eines Konzerts, das es verdient gehabt h\u00e4tte, nicht nur vor halbleeren R\u00e4ngen stattzufinden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-5\"><\/a>NRZ-22.2.2018, Wesel<br \/> Hommage an Robert und Clara Schumann kam an<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der St\u00e4dtische Musikverein Wesel hat es wieder einmal geschafft, einen ganz besonderen Konzertabend zu veranstalten. Unter dem Titel &#8222;Widerhall&#8220; konnte man sich zun\u00e4chst einmal gar nichts vorstellen. Die bekannte Sopranistin Stefanie W\u00fcst hatte bei der Vorbereitung verschiedene B\u00fccher \u00fcber das Ehepaar Robert und Clara Schumann gelesen und hieraus eine Hommage an die beiden Komponisten erstellt. Begleitet wurde sie vom Neuen Rheinischen Streichquartett mit Albert Rundel und Gudrun H\u00f6bold (Violine), Valentin Alexandru (Viola) und Martin Burkhardt (Violoncello).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptthema waren acht Lieder von Clara Schumann mit Introduktion und Intermezzi in der Bearbeitung von David Graham (geb. 1951), einem Komponisten, der an diesem Abend auch anwesend war. Mehrere Gedichte von Heinrich Heine sowie Emanuel Geibel waren es, die fein s\u00e4uberlich von der Sopranistin vorgetragen wurden.<br \/> Sechs Ges\u00e4nge op. 107 von Robert Schumann in der Bearbeitung f\u00fcr Streichquartett von Aribert Reimann waren ein weiterer H\u00f6hepunkt. Urspr\u00fcnglich wurden sie f\u00fcr Klavier geschrieben. Der Ehemann befasste sich mit Texten von Titus Ulrich wie &#8222;Herzeleid&#8220; und &#8222;Die Fensterscheibe&#8220; sowie mit Paul Heyses &#8222;Die Spinnerin&#8220;, Eduard M\u00f6rikes &#8222;Der G\u00e4rtner&#8220;, Johann Gottfried Kinkels &#8222;Abendlied&#8220; sowie &#8222;Im Wald&#8220;, getextet von Karl Wolfgang M\u00fcller von K\u00f6nigswinter.<br \/> Das Publikum musste schon and\u00e4chtig lauschen, alle Lieder waren sehr inniglich. Es gab tief beeindruckende Texte \u00fcber die Natur, das Leiden, \u00fcber die Mondfinsternis, Wege des Scheidens sowie \u00fcber die Liebe. Das merkte man auch bei der Begleitung des Ensembles sowie den wahrhaft hohen und klaren T\u00f6nen der Sopranistin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine ganz besondere Note erhielt der Liederabend zus\u00e4tzlich durch den Schauspieler S\u00f6ren Wunderlich vom Schauspielhaus Bonn. Er las Originaltexte aus Briefwechseln, Haushaltsb\u00fcchern, Liebeserkl\u00e4rungen und Tageb\u00fcchern vor. Teilweise wurden sie heimlich im K\u00e4mmerlein geschrieben. Aber auch aus historischen Schriften erfuhren die Zuh\u00f6rer vieles \u00fcber das Leben, die Liebe und Probleme der Schumanns. Robert war bis zu seinem Tod im Jahre 1856 in Clara verliebt. Das konnte man an seinen poetischen Briefen erkennen. Er selbst war nicht nur Komponist, sondern auch Redakteur der &#8222;Neuen Zeitschrift f\u00fcr Musik&#8220;. Nicht immer hatten es die beiden leicht. Er musste beispielsweise eine gerichtliche Erlaubnis zur Eheschlie\u00dfung erzwingen. Claras Vater Friedrich Wieck war gegen die Ehe. Die Ehejahre waren gepr\u00e4gt von Konzertreisen, Kompositionen sowie acht Kindern.<br \/> Auch \u00fcber seinen Freund Johannes Brahms, dessen Streichquartett Nr. 2 op. 51, a-Moll mit vier S\u00e4tzen gespielt wurde, erfuhr man, dass er sich r\u00fchrend um Schumanns Familie gek\u00fcmmert hat. Er selbst war auch ein gl\u00fchender Verehrer von Clara. Die Hommage an das Paar kam beim Publikum bestens an: Blumen und langer Beifall.<br \/> Das n\u00e4chste Konzert findet am Sonntag, 18. M\u00e4rz, 20 Uhr, im B\u00fchnenhaus statt. Zu Gast ist die Neue Philharmonie Westfalen. Gespielt werden Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Schubert und Carl Maria von Weber.<br \/> (dk)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-4\"><\/a>NRZ-22.1.2018, Wesel<br \/> Mit viel Herzblut und einer Portion Verr\u00fccktheit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jakob Encke, Daniel Stoll, Sander Stuart und Leonhard Disselhorst &#8211; diese Namen sollte man sich merken. Zusammen bilden sie das Vision String Quartet. Die vier ausgezeichneten, nicht einmal 30 Jahre alten Musiker verzauberten das Publikum im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus.<br \/> Jakob Encke, Daniel Stoll, Sander Stuart und Leonhard Disselhorst &#8211; diese Namen sollte man sich merken. Zusammen bilden sie das Vision String Quartet. Die vier ausgezeichneten, nicht einmal 30 Jahre alten Musiker verzauberten das Publikum im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man von einem Streichquartett mit besonderer Wandlungsf\u00e4higkeit spricht, dann kann es sich nur um diese Musiker handeln. Sie sind in ber\u00fchmten Spielst\u00e4tten wie dem Gewandhaus Leipzig, dem Konzerthaus Berlin oder auch der Elbphilharmonie gefragt. Das hat auch mit der besonderen Art ihres Auftritts zu tun. Nicht ein Notenst\u00e4nder war zu sehen. Alle St\u00fccke wurden auswendig gespielt. Das Besondere war auch, dass die Geigenvirtuosen im Stehen spielten, bis auf den Cellisten. Das ist man bei Kammerkonzerten gar nicht gewohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mitglieder des Ensembles widmen sich sowohl der klassischen Musik, aber auch ganz besonderen Elementen. Das, was an dem Abend vorgef\u00fchrt wurde, war schon verr\u00fcckt und unterschiedlich. Im ersten Teil spielte das Quartett Franz Schuberts (1797-1828) Streichquartett Nr. 14 d-Moll, D 810 mit dem Titel \u201eDer Tod und das M\u00e4dchen\u201c. Schubert hat das Quartett f\u00fcr zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello im Jahre 1824 komponiert. Die vier S\u00e4tze Allegro, Andante con moto, Scherzo: Allegro molto und Presto &#8211; Prestissimo waren alle in moll gehalten. Als absolute Musik hat diese Komposition aber nichts mit dem Titel zu tun. Der Ablauf gestaltete sich rein nach innermusikalischen Gesetzen und Ausdrucksformen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Pause kamen die K\u00fcnstler mit den gleichen Instrumenten zur\u00fcck, dieses Mal aber verst\u00e4rkt durch Mikrofone. Zwei Violinen, gespielt von Jakob Encke und Daniel Stoll, eine Viola (Sander Stuart) und das Violoncello, gespielt von Leonhard Disselhorst, wurden zu anderen Instrumenten: Das Cello etablierte sich zum Kontrabass, die Geigen wurden wie Ukulelen gespielt und auch als \u201eSchlagzeug\u201c benutzt. Das musste man geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt ert\u00f6nten rockige Kl\u00e4nge. \u201eCome together\u201c von den Beatles, Songs von Benny Goodman und dem Jazz-Saxofonisten Oliver Nelson oder Kompositionen aus \u201ePorgy and Bess\u201c von George Gershwin. Auch die durch Frank Sinatra popul\u00e4r gewordene Melodie \u201eLondon by night\u201c kam vor. Jetzt zeigten die Musiker, was man alles mit Streichinstrumenten machen kann. Sie wurden zu Teufelsgeigern mit viel Herzblut. Bis zum Schluss bewahrten sie sich das \u201eTry to remember\u201c sowie eine Eigenkomposition auf. Eine wirklich gelungene Veranstaltung!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-23.1.2018, Wesel<br \/> Rebellen mit einer Botschaft<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Das Vision String Quartet bewies am Samstagabend im Weseler B\u00fchnenhaus eindrucksvoll mit handwerklichem K\u00f6nnen und einer spannenden Bandbreite seine gro\u00dfe Klasse.<br \/> Das Vision String Quartet gastierte am Samstagabend im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus Wesel &#8211; vier junge, au\u00dfergew\u00f6hnlich gute Musiker, nur scheinbar schr\u00e4ge Gesellen.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Samstagabend im gut gef\u00fcllten B\u00fchnenhaus: Der erste Geiger hebt den Blick, dann den Bogen, abermals seinen Blick &#8211; und alle vier Bogen des Streichquartetts schneiden einen Weckruf, falsch, einen Weck-Schrei in den Raum. Der sa\u00df. Einige bekr\u00e4ftigende T\u00f6ne &#8211; und wieder ein Schrei: der Beginn von Schuberts Streichquartett Nr. 14 d-Moll, D 810, &#8222;Der Tod und das M\u00e4dchen&#8220;.<br \/> Zu verdanken ist es dem stellvertretenden Vorsitzenden des St\u00e4dtischen Musikvereins, Max Brandt, der die jungen, au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Musiker, mutigen Gr\u00fcnder sowie auch weiterhin Gestalter des Vision String Quartets nach Wesel geholt hat. Nat\u00fcrlicherweise sind es Rebellen, die es geschafft haben, geh\u00f6rt zu werden mit ihrer Botschaft des neuen Denkens, die nat\u00fcrlich die uralte ist, aber immer neu zum Leben erweckt werden muss (mal Nietzsche lesen).<br \/> Der erste Geiger Jakob Encke darf schon als Primarius bezeichnet werden. Daniel Stoll an der zweiten Violine, Sander Stuart an der Viola, der unseligerweise oft nebenher zur Kenntnis genommenen Bratsche, und Leonhard Disselhorst am Cello. Der einzige sitzend Interpretierende, die drei Anderen strichen stehend. Die gesamte Vierer-Einheit spielte auswendig, wie heutige Jazz- und Popbandmusiker. Denn als solche verstehen sich die hier besagten Rebellen. \u00dcbrigens alle zwischen 1990 und 1994 geboren. Kaputtmachen wollen die gar nichts, aber der Erstarrung vorbeugen und n\u00f6tigenfalls entrei\u00dfen. Solches war auch ihrem Habit anzusehen: klassisch schlichtes Schwarz.<br \/> Schuberts ber\u00fchmtes Werk \u00fcber den Tod &#8211; konnte das rebellisch funktionieren? Ja! Der erste Satz mit den zerrei\u00dfenden Linien und der immer wieder aufscheinenden, unzerst\u00f6rbaren Vision einer besseren Welt (nicht der Vision, die laut Kanzler Helmut Schmidt den Gang zum Arzt erfordert). Diese Musik vollendeter Einfachheit, nicht der Simplizit\u00e4t (wie in dieser Zeitung schon mal gesagt wurde), wird \u00fcberall verstanden; denn nur das nat\u00fcrlich Einfache ist genial, allerdings das schwerste und nicht im strikten Willensakt zu erschaffende, sondern aus der Intuition zu erl\u00f6sende Werk. Nach dieser Einleitung nun das unentrinnbare tragische Ende eines jeden Lebens, hier musikalisch dargestellt nach Matthias Claudius&#8216; sprachlich genial einfachem Gedicht &#8222;Der Tod und das M\u00e4dchen&#8220;. Wie die vier jungen Leute das nahebrachten: Es konnte einen zerrei\u00dfen. Das junge M\u00e4dchen will nicht, f\u00fchlt aber instinktiv, dass es sein muss, und der Tod tr\u00f6stet: Ich bin sanft, vertr aue mir. Und eine hohe S\u00fc\u00dfe durchweht die Partitur. Darin die rationale, Leben erhaltende Denkstruktur mit der im Scherzo aufstrahlenden, ewig wirkenden Lebensmelodie durchzuzeichnen, war allein schon eine Meisterleistung nachschaffender Kunst. Die vier Rebellen konnten das. Wow! Gott sei Dank ging&#8217;s in die Pause.<br \/> Ein paar Sitze waren leer geworden. Der Akt &#8222;Neues Spielen &#8211; Neues H\u00f6ren&#8220; begann. Unter den vom Leben st\u00e4rker Durchr\u00fcttelten: So neu konnte es gar nicht sein. In der Bibel, dieser Lebensbeispielesammlung, kommt es in vielen Variationen vor, zum Beispiel im Leben von Adam und Eva. Es kommt in jeder Religion vor. Die Menschen haben fantastische Anlagen, aber sie sind sehr st\u00f6ranf\u00e4llig, nur in der Lage, das Wesentliche je nach eigenem Verm\u00f6gen zu ahnen. Dazu bedarf es keiner wissenschaftlichen Bildung, nur der geistigen Wachheit; Bildung freilich kann eher die Worte der Verst\u00e4ndigung bereitstellen, muss aber nicht. Unsere nur scheinbar so schr\u00e4gen Gesellen auf der B\u00fchne konnten auch das, denn sie beherrschen die handwerklichen Grundlagen, die Virtuosit\u00e4t, womit hier aber nicht der auf Knopfdruck abrufbare mechanische Drill gemeint ist. Hier wurde es sp\u00fcrbar in jedem Takt neu in Gang gesetzt.<br \/> Nach alter Tradition von \u00e4lteren musikalischen Texten angesto\u00dfen entwickelte unser Team auf der B\u00fchne seine brandheutige Jazz-Pop-Rock-Vorstellung. Mit B\u00fchnennebel, Lichteffekten, klanglich verschr\u00e4genden kleinen Zusatz-Apparaten, manchmal bis an den Rand des intellektuell vertretbaren, stets hellwach kontrollierten \u00fcberdrehten Komik. Abermals Wow! Nat\u00fcrlich Gershwin, und andere Komponisten aus der amerikanischen &#8222;Neuen Welt&#8220; waren Stichwortgeber. Einiges war authentisch von unseren Vier dabei: die Geschichte vom feinen Gesang der vielen kleinen V\u00f6gel auf der Stromleitung, bis &#8222;so ein dicker, fetter Vogel sich dazwischen dr\u00e4ngt&#8220; &#8211; wir alle wussten, wie die Geschichte weitergeht. Kurz: Unsere Vier fochten mit dem S\u00e4bel. Das Fechten mit dem Florett werden sie lernen, aus schmerzender Direktheit wird dann gen\u00fcsslich pieksende Ironie des Florretts werden; danach, sie h\u00e4tten das Zeug dazu: verst\u00e4ndnisvolle, leider auch zumindest leicht resignierende Weisheit. Nach mehreren Zugaben: &#8222;Try to remember&#8220; f\u00fcrs Publikum. Das sei den mutigen Rebellen auch gew\u00fcnscht, in der m\u00f6glichen \u00dcbersetzung: &#8222;Versucht zu beherzigen&#8220;.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-3\"><\/a>NRZ-11.12.2017, Wesel<br \/> Magische Kl\u00e4nge im B\u00fchnenhaus<br \/> Das Streichensemble Auryn Quartett begeisterte mit Tiefgang und auch mit viel Gef\u00fchl<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das dritte Konzert des St\u00e4dtischen Musikvereins Wesel bestritt ein Streichquartett erster Klasse: Auryn &#8211; der Name stammt von einem magischen Amulett aus Michael Endes Roman \u201eDie unendliche Geschichte\u201c. \u201eTu was du willst\u201c, stand auf der R\u00fcckseite dieses Schmuckst\u00fccks, das gab dem Streichquartett eine besondere Inspiration.<br \/> Tief versunken<br \/> Die vier Musiker Andreas Arndt (Cello), Stewart Eaton (Viola), Matthias Lingenfelder und Jens Oppermann (Violine) haben sich entschlossen, unter dem Namen Auryn-Quartett zu musizieren. Mittlerweile sind schon 36 Jahre daraus geworden. Ihre Erfahrungen geben die K\u00fcnstler, Professoren an der Detmolder Musikhochschule, weiter.<br \/> \u201eLetzte Streichquartette\u201c lautete das Programm an diesem Abend. Zu Geh\u00f6r kamen Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichquartett Nr. 6 f-Moll op. 80 mit den S\u00e4tzen Allegro vivace assai &#8211; Presto, Allegro assai, Adagio und dem Finale Allegro molto. Bei den letzten S\u00e4tzen sp\u00fcrte man die Trauer des Komponisten um seine geliebte Schwester Fanny. Die Musiker spielten, tief versunken und sehr intensiv, die Verzweiflung deutlich heraus. Das St\u00fcck war eine Art Requiem auf Fanny, gleichzeitig aber auch sein eigenes, denn kurze Zeit sp\u00e4ter starb der Komponist im Jahre 1847.<br \/> Den krassen Kontrast gab es beim anschlie\u00dfenden Streichquartett e-Moll op. 121 von Gabriel Faur\u00e8 (1845 &#8211; 1924), das die drei S\u00e4tze Allegro moderato, Andante und Allegro enthielt. Faur\u00e8 war kein Komponist f\u00fcr die gro\u00dfe Masse. Er wollte einst gar kein Streichquartett schreiben. Sein feiner musikalischer Ausdruck, seine gew\u00e4hlten Strukturen und Harmonien machten es dem Publikum teilweise nicht ganz leicht, sein Werk zu verstehen. Dennoch &#8211; seine Musik klingt einfach, ist vorz\u00fcglich ausgearbeitet und sehr einfallsreich. Zum dritten Programmpunkt w\u00e4hlte Auryn das Streichquartett As-Dur, op. 105 von Antonin Dvor\u00e0k (1841 &#8211; 1904), eigentlich ein amerikanisches Abschiedslied, denn der Komponist schrieb den ersten Satz noch in Amerika, vollendete aber sein Werk in seiner Heimat Prag. Mit viel Gef\u00fchl wurde diese Komposition gespielt. Dvor\u00e0k setzte gern versteckte, kleine Gegenmelodien zum Hauptthema, ging aber nie so weit, dass die Klarheit seiner Musik darunter litt. Das Auryn-Quartett spielte voller Hingabe dieses Werk und bekam genau so viel Beifall wie bei den anderen St\u00fccken.<br \/> Schlie\u00dflich entschieden sich die vier Musiker zu einer Zugabe. Ein Tango von Igor Strawinsky rundete einen zauberhaften Abend ab. Die Musik hatte etwas Magisches.<br \/> Am Morgen hatten die vier Instrumentalisten bereits das Konrad-Duden-Gymnasium besucht und vor rund 100 Sch\u00fclern St\u00fccke aus ihrem Repertoire gespielt und sich den Fragen der Sch\u00fcler gestellt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-12.12.2017, Wesel<br \/> Auryn-Quartett &#8211; Eine Begegnung mit Kunst<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im B\u00fchnenhaus musizierte jetzt das weltber\u00fchmte Auryn-Quartett aus Detmold. So lebendig und lebensfroh, so schlackenfrei und respektvoll jedem kompositorischen Werk und dem Geist seines Urhebers verpflichtet, so auf der Harmonie des Ensembles sowie auf der nachsch\u00f6pferischen Begabung jedes einzelnen Instrumentalisten vertrauend, das haben die Weseler Konzertbesucher lange nicht erlebt. \u00c4hnliches war zu bewundern bei der Kammermusik eines Streicherensembles der Berliner Philharmoniker vor Jahrzehnten beim Auftritt des Beaux Art Quartetts aus New York.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christoph Oehmen, Cello-Lehrer an Wesels Musikschule, hat die vier Detmolder Hochschulprofessoren noch als junge Musiker erlebt. &#8222;Da zeichnete sich deren Weg schon ab&#8220;, sagte er. Detmold, auch Dortmund, wo einer der Streicher zeitweise lehrt, sind positiv bodenst\u00e4ndige westf\u00e4lische Kultur-Standorte, oberfl\u00e4chlichem Schnick-Schnack abhold, deswegen auch regelm\u00e4\u00dfig nach Montepulciano eingeladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun in Wesel: kein \u00fcbliches Weihnachts-Festkonzert, sondern Musik, die vom Leben der Menschen, den H\u00f6hen und Tiefen und vom unbegreiflichen Tod erz\u00e4hlten. So gut, dass es verstanden wurde. Es blieb n\u00e4mlich die Essenz in der Schwebe. Kurz: eine Begegnung mit Kunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine einpr\u00e4gsame Einf\u00fchrung gab Cellist Andreas Arndt: &#8222;Sie h\u00f6ren drei letzte St\u00fccke. Mendelssohn schrieb sein Quartett als Antwort auf den Tod seiner Schwester, er selbst starb auch einige Monate sp\u00e4ter. Faur\u00e9, der nie Quartette komponieren wollte, schuf dann doch sein Werk e-Moll, op. 121, zwei Wochen sp\u00e4ter starb er. Dvorak legte all seine Freude \u00fcber seinen Erfolg und sein neues Weltbild in sein As-Dur-Quartett, op. 105, darin auch das Gl\u00fcck \u00fcber die Heimkehr nach B\u00f6hmen aufklingt. Sein letztes Streichquartett, 1895 beendet, aber nicht sein letztes Werk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann betraten die Akteure v\u00f6llig unpr\u00e4tenti\u00f6s die B\u00fchne: der erste Geiger Matthias Lingenfelder, der zweite Geiger Jens Oppermann, Bratschist Stewart Eaton und Arndt. Und sie spielten mit der ungebrochenen Kraft geistiger Durchdringung eines Werkes von Grund auf mit offenbar herausragender intellektueller Ausstattung und schlichter Nat\u00fcrlichkeit. Nicht das Perfekte, denn solches ist tot, ohne Zukunft; die Sprache der Kl\u00e4nge von Mensch zu Mensch erf\u00fcllte den Raum und die H\u00f6rer. Technik ist nur Dienerin. Mendelssohns Streichquartett Nr. 6 gibt im Finale einen Ausblick ins unergr\u00fcndliche Leben des Alls. Faur\u00e9s Fazit, weitgehend auf dem Cello gezupft, unterschl\u00e4gt nicht einige dissonante T\u00f6ne des Lebens. Dvoraks St\u00fcck schlie\u00dflich ist von dankbarer Heiterkeit erhellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schier endloser Applaus und Strawinskys &#8222;Tango&#8220; als Dank.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-2\"><\/a>NRZ u. RP-14.11.2017, Wesel<br \/> Kammermusik auf Weltklasse-Niveau<br \/> Das Azahar-Ensemble aus Spanien bot Meisterhaftes im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus.<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Das preisgekr\u00f6nte Bl\u00e4serquintett Azahar Ensemble aus Spanien gastierte im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus. Von Dieter Kr\u00fcssmann<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Dufte&#8220; Musik, im wahrsten Sinne des Wortes, erklang im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus. Zum zweiten Kammermusik-Konzert hatte der St\u00e4dtische Musikverein Wesel eingeladen. Zu Gast war ein meisterhaftes Bl\u00e4serquintett aus Spanien mit dem Namen Azahar Ensemble.<br \/> Azahar bezeichnet im Arabischen den aromatischen Duft der wei\u00dfen Bl\u00fcten von Zitrusb\u00e4umen, insbesondere des Orangenbaumes &#8211; und der passte perfekt zu dieser Gruppe. Frisch, frech, ja nahezu leidenschaftlich und immer mit t\u00e4nzerischem K\u00f6rperausdruck spielten die f\u00fcnf Musiker. Maria Jos\u00e9 Garcia Zamora (Fagott), Frederic S\u00e1nchez Munoz (Querfl\u00f6te), Maria Alba Carmona Tobella (Oboe), Miquel Ramos Salvad\u00f3 (Klarinette) und Antonio Lagares Abeal (Horn) hei\u00dfen die Musiker, die sich 2010 aus dem spanischen Nationalen Jugendorchester Jonde als Ensemble zusammenschlossen. Viele Preise und Ehrungen haben diese Musiker f\u00fcr ihre gro\u00dfartigen Darbietungen erhalten. Und das, so kann man es wohl bezeichnen, verdienterma\u00dfen. Davon konnte sich das Publikum \u00fcberzeugen. Leider waren die Reihen im B\u00fchnenhaus nur sp\u00e4rlich besetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Publikum staunte \u00fcber die Pr\u00e4sentation und lauschte konzentriert ausgefallenen Kompositionen. Jeder Musiker war ganz bei sich, spielte \u00e4u\u00dferst konzentriert auf seinem Instrument. Zum Auftakt gab es das Bl\u00e4serquintett D-Dur op. 91 Nr. 3 mit vier verschiedenen S\u00e4tzen von Anton Reicha (1770-1836) zu h\u00f6ren. Hier allein schon konnte man erkennen, wie gut die f\u00fcnf Bl\u00e4ser zusammenspielten. Eine ganz au\u00dfergew\u00f6hnliche Kunst waren Gy\u00f6rgy Ligetis (1923-2006) zehn (kurze) St\u00fccke f\u00fcr Bl\u00e4serquintett. Ligeti, Sohn einer Augen\u00e4rztin und eines Bankfachmanns, war eigentlich Organist und hatte Physik und Mathematik studiert. H\u00e4tte da nicht die Solistin auf der Oboe einige Erl\u00e4uterungen zur Musik erg\u00e4nzt, w\u00e4re diese \u00fcberhaupt nicht verstanden worden. Bei den St\u00fccken gab es keine typischen Harmonien. Hier standen \u00dcberraschungseffekte im Vordergrund. Es stellte sich manchmal die Frage: Kann man dies noch als Musik bezeichnen oder sind es einfach nur Effekte? Denn das Finale enthielt ohrenbet\u00e4ubenden L\u00e4rm. Das war schon \u00e4u\u00dferst gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Wolfgang Amadeus Mozarts Komposition Andante in F-Dur aus dem K\u00f6chelverzeichnis 616 &#8222;f\u00fcr eine Walz in eine kleine Orgel&#8220; &#8211; in einem besonderen Arrangement von Ulf-Guido Sch\u00e4fer &#8211; war dagegen wieder ein wunderbarer H\u00f6rgenuss.<br \/> Schlie\u00dflich ert\u00f6nte zum Schluss noch eine Komposition von Carl Nielsen (1865-1931) in drei S\u00e4tzen. Es war das einzige bedeutende Kammermusik-Werk f\u00fcr Bl\u00e4ser, das der &#8222;d\u00e4nische Strauss&#8220;, im Herbst des Jahres 1921 komponierte.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"2017-18-1\"><\/a>NRZ u. RP-23.10.2017, Wesel<br \/> Gro\u00dfartige Werke zum Thema Reformation<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Im B\u00fchnenhaus wurde die neue Konzertsaison mit der Neuen Philharmonie Westfalen er\u00f6ffnet<br \/> Dieter Kr\u00fcssmann<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neue Konzertsaison 2017\/18 hat begonnen. Der St\u00e4dtische Musikverein Wesel hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wesel ein Konzert organisiert, das unter dem Motto \u201eReformation\u201c stand. Anl\u00e4sslich des Reformationsjubil\u00e4ums spielte im 1. Abonnementkonzert die Neue Philharmonie Westfalen. Keine Frage \u2013 dieses Ausnahmeorchester bedarf keiner erneuten Vorstellung. Am Dirigentenpult stand Patrik Ringborg, ein gefragter Orchesterleiter.<br \/> Etwas ungew\u00f6hnlich war dieses Konzert schon. Kantaten in einem Sinfoniekonzert. Das hat man nicht alle Tage. Und so begann der klassische Abend zun\u00e4chst mit Johann Sebastian Bachs Solo-Kantate \u201eIch habe genug\u201c aus dem Bachwerkeverzeichnis 82. W\u00e4re Luther nicht gewesen, so h\u00e4tte es wohl niemals solch eine Musik gegeben. Das \u201ekleine Orchester\u201c begleitete den Bariton Thomas Laske. Mit seiner markanten Stimme trug er gleich drei Arien (\u201eIch habe genug\u201c, \u201eSchlummert ein\u201c und \u201eIch freue mich auf den Tod\u201c) \u2013 alle mit sehr nachdenklichen Texten \u2013 vor, ziemlich ausdrucksvoll. Und das war neu: Vor dem musikalischen Ereignis wurde das Publikum im Foyer \u00fcber die jeweiligen Werke informiert.<br \/> An zweiter Stelle stand die Sinfonie \u201eMathis der Maler\u201c von Paul Hindemith (1895 &#8211; 1963) auf dem Programm. Es war eine t\u00f6nende Ann\u00e4herung mit tollen Motiven und Harmonien an den Isenheimer Altar, den der Maler Matthias Gr\u00fcnewald kurz vor Luthers Thesenanschlag vollendete. Im Schlusssatz beispielsweise kam viel Bewegung ins Spiel \u2013 galoppierende Rhythmen, aufgesetzte Triller sowie festliche Freudenrufe der Blechbl\u00e4ser.<br \/> Den dritten \u2013 wohl sch\u00f6nsten H\u00f6hepunkt des Abends \u2013 bildete die Sinfonie Nr. 5 D-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 &#8211; 1847), besser bekannt auch als \u201eReformations-Sinfonie\u201c, die er zum 300. Geburtstag der Augsburger Konfession komponierte. Nach den drei S\u00e4tzen Andante &#8211; Allegro con fuoco, Allegro vivace und einem weiteren noch ruhigeren Andante f\u00fcgte der Komponist als kr\u00f6nenden Abschluss den Luther-Choral \u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c, das sogenannte Kampflied, in seinem Werk, was mit z\u00e4rtlichen Fl\u00f6tent\u00f6nen begann und sich immer festlicher und volumin\u00f6ser zu einem grandiosen Finale steigerte. Das Publikum war von dieser Auff\u00fchrung begeistert und spendete viel Applaus f\u00fcr das gro\u00dfartige Er\u00f6ffnungskonzert.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"KS17-4\"><\/a>RP-8.8.2017, Wesel<br \/> Virtuoser Abschluss des Klaviersommers<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit romantischer Klaviermusik endete in der Aula der Musik- und Kunstschule der Weseler Klaviersommer. Im zu etwa zwei Dritteln besetzten Saal war der 22-j\u00e4hrige russische Pianist Konstantin Khachikyan zu Gast, der Werke von Liszt, Schumann und Rachmaninow auf dem Programm hatte.<br \/> Das Konzert begann mit Liszts Spanischer Rhapsodie, einem anspruchsvollen St\u00fcck, das nach einer virtuosen Einleitung Variationen \u00fcber die bekannte spanische Melodie La folia und den Volkstanz Jota aragonese enth\u00e4lt. Khachikyan, der am renommierten Tschaikowski-Konservatorium in Moskau studiert, bew\u00e4ltigte das mit t\u00e4nzerischer Eleganz. Es folgte Carnaval op. 9 von Robert Schumann. Schon die Titel der Charakterst\u00fccke machen den Zuh\u00f6rer neugierig: Neben Figuren aus der Commedia dell&#8217;arte erscheinen Komponistennamen wie Chopin und Paganini und Menschen aus dem Umfeld Schumanns wie Chiarina (Ehefrau Clara) sowie zentrale Figuren aus Schumanns Gedankenwelt. Es gelang Khachikyan, die unterschiedlichen Charaktere der St\u00fccke virtuos und poetisch nachzuempfinden. Der abschlie\u00dfende &#8222;Marsch der Davidsb\u00fcndler gegen die Philister&#8220; geriet als st\u00fcrmisches Finale des ersten Teils. Nach der Pause setzte Khachikyan das Konzert mit den Preludes op. 23 von Sergei Rachmaninow fort. Dem jungen Pianisten, der auf seiner ersten Deutschlandtournee ist, gelang es, den Spannungsbogen des Zyklus mit souver\u00e4ner Technik nachzuzeichnen. Das Publikum erklatschte sich zum Abschluss zwei Zugaben.<br \/> (cbr)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-8\"><\/a>NRZ-19.5.2017, Wesel<br \/> Virtuoses Spiel am Fl\u00fcgel<br \/> Zum Abschluss der Konzertsaison gastierten die Neue Philharmonie Westfalen und der Starpianist Martin Stadtfeld im B\u00fchnenhaus. Sie erhielten viel Applaus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Michael Mrosek<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Konzertabend im B\u00fchnenhaus mit der Neuen Philharmonie Westfalen protzte mit vollen Kl\u00e4ngen, leisen T\u00f6nen, dramatischen Passagen, emotionalen und spielerischen Phrasen, nat\u00fcrlich auch viel Applaus, vor allem jedoch mit dem virtuosen Tastenspiel von Martin Stadtfeld, der am gro\u00dfen Konzertfl\u00fcgel die vielschichtigen Dimensionen von Mozarts Musik h\u00f6r- und erlebbar werden lie\u00df.<br \/> Der St\u00e4dtische Musikverein Wesel schloss mit diesem Gastspiel gleichzeitig seine Konzertsaison 2016\/17 ab und pr\u00e4sentierte mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756 \u2013 1791) und Joseph Haydn (1732 \u2013 1809) zwei gro\u00dfe musikalische Meister. \u00dcberschrieben hatte man das Konzert und die Werkfolge des Abends mit \u201eNicht von dieser Welt\u201c.<br \/> Sicherlich gilt das f\u00fcr das jeweilige kompositorische Talent, das wie nicht von dieser Welt erscheinen mag. Wohl auch ist aber die tiefe emotionale Ansprache der menschlichen Gef\u00fchle damit gemeint. Virtuos, pr\u00e4zise, wohldosiert und mit stets wohligem Schauer auf dem R\u00fccken lauschten die Konzertfans dem international bekannten Pianisten Martin Stadtfeld, der die T\u00f6ne zu einem H\u00f6rerlebnis werden lie\u00df.<br \/> Harmonisches Zusammenspiel<br \/> Das Zusammenspiel des Orchesters mit Pianist Stadtfeld wurde von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann dirigiert. Die \u00fcber 30 Instrumentalisten boten ein harmonisches Spiel. Mozarts Konzert f\u00fcr Klavier und Orchester Nr. 23 A-Dur (KV 488) f\u00fchrte im Allegro heiter, hell den ersten Satz an. Noch gefangen von den raumgreifenden Harmonien querte der zweite Satz mit melancholischen und eher tr\u00fcben Kl\u00e4ngen das Werk, dessen Klang an dieser Stelle oft als weltentr\u00fcckt beschrieben wird.<br \/> Auch eine vorausahnende emotionale St\u00e4rke, wie sie f\u00fcr die Romantik typisch ist, wird dem zweiten Satz von Musikliebhabern bescheinigt. Den Abschluss im dritten Satz, dem Allegro assai, erlebt man wieder spielerisch, heiter, ja fast launisch, \u00fcberschw\u00e4nglich. Da zeigte sich Mozarts Achterbahnfahrt auf der Klaviatur, in den Notenzeilen und wie sein eigenes Leben gepr\u00e4gt war von \u201eHimmelhoch jauchzend, zu Tode betr\u00fcbt\u201c so ist es auch seine Musik.<br \/> Volumin\u00f6s und ergreifend<br \/> Joseph Haydns Sinfonie Nr. 2 C-Dur er\u00f6ffnete den Abend. Seinen Abschluss fand er ebenfalls mit ihm und seiner \u201eOxford-Sinfonie\u201c, die bei Haydns Ernennung zum Ehrendoktor an der Universit\u00e4t Oxford erklungen sein soll. Pr\u00e4chtig, voll, volumin\u00f6s, ergreifend ob der feinen Pausen und frisch war nicht nur die Sinfonie. Es pr\u00e4sentierte sich mit Haydns Werken auch die mit vielen jungen Musikern besetzte Neue Philharmonie Westfalen dem Weseler Publikum.<br \/> Und nat\u00fcrlich gab es auch eine kleine Zugabe. Pianist Martin Stadtfeld schl\u00fcpfte vor der Pause in die Rolle des achtj\u00e4hrigen Mozarts und spielte ein resches St\u00e4ndchen als Dank f\u00fcr langanhaltenden Applaus, der ihn drei Mal vor das Publikum rief.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-19.5.2017, Wesel<br \/> Neue Philharmonie Westfalen begeistert im B\u00fchnenhaus<br \/> Das Orchester spielte mit Pianist Martin Stadtfeld in Wesel. Ein Abend, bei dem man sich innerlich verneigen mochte.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit es nicht im Alltag untergeht: Was die Zusammenarbeit zwischen Stadt, St\u00e4dtischem Musikverein und Musikschule anbietet an Konzerten, hat zumindest in einigen H\u00f6hepunkten den au\u00dfergew\u00f6hnlichen Rang eines Gro\u00dfstadtprogramms. Mittwochabend im B\u00fchnenhaus zum Beispiel der Auftritt des weltweit ger\u00fchmten deutschen Pianisten Martin Stadtfeld: Nur wenige Besucher mehr als die Stammh\u00f6rer und eine Gruppe Musiksch\u00fcler mit ihrem Lehrer Georg Mersmann waren gekommen. Haydn und Mozart standen auf dem Programm, also Beginn und schon einsame H\u00f6he der Klassik. Die neue Philharmonie Westfalen, die unter Generalmusikdirektor Rasmus Baumann eine sehr gute Fortentwicklung genommen hat, stimmte auf das Klang-Geschehen mit Haydns Sinfonie Nr. 2 C-Dur Hob I:2 ein. Die stammt zwar aus der fr\u00fchen sinfonischen Arbeitsphase des Komponisten, mit der er aber erst begann nach seinem f\u00fcnften Lebensjahrzehnt. Da war er nicht mehr streng gebunden an die W\u00fcnsche der herrschenden Aristokratie. Doch die unaufdringliche Eleganz jenes Stils behielt er bei in seinen zeitlos schlichten, allgemein verst\u00e4ndlichen Kunstformen. Was zudem bedeutet, langweilig wird&#8217;s bei ihm nicht. Nach dem heiteren Allegro des ersten Satzes schwangen im folgenden Andante schon Fragen an das Leben mit, und dieses meldete sich dann keck im Presto des Finales.<br \/> Der Deckel des bereit stehenden Konzertfl\u00fcgels wurde ge\u00f6ffnet. Mit dem Dirigenten betrat der junge Pianist die B\u00fchne. Schmiegsam leicht schwebten sodann die ersten Orchesterkl\u00e4nge auf, ebenso ber\u00fcckend begann das Klavier. Ein Anschlag, der staunen lie\u00df: federnd wie Schwirrflug, raumergreifend wie Strahlen. Die T\u00f6ne perlten, jeder einzelne klar f\u00fcr sich und doch eingebunden ins Ganze der Melodie. Martin Stadtfeld spielte, als ob das gar nichts w\u00e4re. Aber dahin zu kommen, bedeutet harte Arbeit dank eines Fundamentes von Begabung. Wenn Analyse und Einf\u00fchlung hinzukommen, entsteht vor den H\u00f6rern eine Interpretation, die Kunst genannt werden darf. So im B\u00fchnenhaus.<br \/> Die H\u00f6rer wurden konfrontiert mit der unterschwelligen Tragik des Menschen Mozart &#8211; mit der Tragik des Menschseins \u00fcberhaupt: Freude, Gl\u00fcck erw\u00e4chst nur angesichts des Gegenbildes von Schmerz und Leid. Mozart hat diese unausweichliche Naturgegebenheit in reinen Wohllaut verwandelt. Im Andante, dem Dialog mit dem Orchester, tastete sich das Klavier in das melancholische Dunkel des Lebens vor, bekam Antworten von einzelnen Instrumenten oder vom gesamten Orchester. Im abschlie\u00dfenden Allegro assai besang das Klavier beseelt das Leben. Gro\u00dfer Applaus, Zugabe: ein hinrei\u00dfendes St\u00fcck des achtj\u00e4hrigen Mozart, des ungest\u00fcm umhertollenden Kindes. Unvergesslich.<br \/> Aber auch, wie das sensible Klavierspiel das Orchester befl\u00fcgelt hatte. Haydns &#8222;Oxford-Sinfonie&#8220;, das Werk Nr. 92 G-Dur Hob I:92, ist der Dank des Komponisten f\u00fcr die Verleihung des Ehrendoktor-Titels. Die Weisheit eines mit heiterer Geduld durchlebten Daseins leuchtete auf, nat\u00fcrlich auch die Pracht des Kosmos, darein das Nachsinnen geflochten war. Da musste man sich innerlich verneigen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-7\"><\/a>RP-6.3.2017, Wesel<br \/> Gekonnt klare Klangreden der F\u00fchrer durch den Barock<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die franz\u00f6sische Barockmusik am Freitagabend im B\u00fchnenhaus wurde zum Fest kammermusikalischer Kostbarkeiten. Klangfrische, Esprit, feine Melodik, dargeboten mit gelebter \u00c4sthetik, entz\u00fcckte. Das Cicerone Ensemble &#8211; der Name &#8222;Cicerone&#8220; nach dem Begriff des kundigen Fremdenf\u00fchrers &#8211; \u00fcberzeugte in jeder Hinsicht. An der melodief\u00fchrenden Traversfl\u00f6te Thomas Wormitt, diese lange, schlanke Feder, musizierte stehend, dabei die Klanglinien fast t\u00e4nzerisch darstellend. Adrian Cygan, Barockcello, beseelte seinen bronzen t\u00f6nenden Part. Am Cembalo, dem Basso-continuo-Instrument (B.c.), entwickelte Andreas Gilger mit seiner linken Hand den Bass-Rahmen jeder Komposition, erg\u00e4nzte mit der rechten gem\u00e4\u00df den Ziffern-Vorgaben in der Partitur die Klangrede mit akzentuierenden Akkorden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn um Klangreden handelte es sich, wie zwischen den St\u00fccken meist der Cembalist erkl\u00e4rte: &#8222;B.c., der Generalbass, ist ein Prinzip, Barockmusik wurde vom Bass aus komponiert. Eine Rede muss zudem sorgf\u00e4ltig artikuliert werden, damit sie deutlich geh\u00f6rt wird&#8220;. Also ziselierten die drei jungen K\u00f6nner, die sich an der Folkwang-Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Essen kennengelernt haben, jede Zeile klar und beredt.<br \/> Zuerst stellten sie Michele Mascittis Sonate g-Moll Op. 6, 15 vor. Den Violin-Part hatten sie f\u00fcr die Fl\u00f6te bearbeitet. Flie\u00dfend eilten die f\u00fcnf S\u00e4tze einher. In Michel Blavets Sonate d-Moll &#8222;La Vibray&#8220;, Op. 2, 2, f\u00fcr Fl\u00f6te und B.c. flogen delikate Fl\u00f6tentriller in erlesenen Tanzs\u00e4tzen in das Auditorium. Die Sonate B-Dur 3. Buch Nr. 4 f\u00fcr Violoncello und B.c. \u00fcberraschte mit knappen Gespr\u00e4chsfetzen zwischen tiefen Tr\u00e4umen und dem rasenden Cello im Schluss-Allegro. Eine lustvolle Giga wurde von der Fl\u00f6te zelebriert in Jean-Baptiste Barri\u00e8res Sonate d-Moll 3. Buch Nr. 2. Jene Instrumenten-Diva (so Gilger) bet\u00f6rte auch im &#8222;Tr\u00e9s lentement&#8220; in Pierre Danican Philidors Suite Nr. 5 e-Moll. Mit der Suite G-Dur Op. 2, 1 von Louis-Antoine Dornel schloss das Konzert. &#8211; Fast. &#8211; Das Rondeau der Zugabe \u00fcberstrahlte danach alles. Chapeau.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-6\"><\/a>NRZ-15.2.2017, Wesel<br \/> Budapester Geheimtipp &#8211; Das Kod\u00e1ly Quartett ber\u00fchrte mit seinen Streichern das Publikum im B\u00fchnenhaus. Geheimnissvolle und eindringliche T\u00f6ne<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Michael Mrosek<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Konzert zum Wochenstart hat oft eine ganz eigene Aura. So auch das bezaubernde Gastspiel des ungarischen Kod\u00e1ly Quartetts aus Budapest im st\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus.<br \/> Der musikalische Abend war das f\u00fcnfte Abonnementkonzert des St\u00e4dtischen Musikvereins Wesel gemeinsam mit der Stadt Wesel in der aktuellen Konzertsaison 2016-2017. Das Konzert des renommierten und weltweit Gastspiele gebenden Ensembles war ein echter Geheimtipp. So erklang zum Konzertauftakt das Streichquartett in B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, dank der virtuosen Fingerfertigkeit und Bogenstreicharbeit von vier v\u00f6llig schwarz gekleideten M\u00e4nnern auf der B\u00fchne im Theatersaal.<br \/> Zwischen den Konzertg\u00e4sten hatte der unmittelbar und nat\u00fcrlich nicht verst\u00e4rkte Klang des Quartetts viel Raum zur Entfaltung. Der wei\u00df wirkende und somit optischen Kontrast schaffende B\u00fchnenvorhang wurde dabei vom statischen Lichtspiel der Scheinwerfer beleuchtet, die eine Diamantform andeuteten.<br \/> Vor und nach der Pause gaben zwei Violinen und eine Viola im Wechsel mit einem Violoncello der Musik Kod\u00e1lys Ausdruck und Wirkung. Nun standen Attila Falfay, Ferenc Bang\u00f3, J\u00e1nos Fej\u00e9rv\u00e1ri und Gy\u00f6rgy \u00c9der vor ihren Notenpulten und spielten mit viel Gef\u00fchl ihre Instrumente.<br \/> Gespannte Stille<br \/> Die Kl\u00e4nge aus Zolt\u00e1n Kod\u00e1lys Oeuvre wirkten traditionell, zum Teil geheimnisvoll und eindringlich. Einzelne Sequenzen, die auch geeignet w\u00e4ren Soundtrack eines ergreifenden Kinofilms zu sein, zogen in ihren Bann und lie\u00dfen gespannte Stille im Saal sp\u00fcrbar werden. Der ungarische Komponist Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly (1882 \u2013 1967) wollte Bindeglied zwischen ungarischer Musik\/Volksmusik und den Menschen der Welt sein. So versteht das Kod\u00e1ly Quartett schon seit 50 Jahren sein Wirken und seine musikalische Botschaft. \u201eDas Kod\u00e1ly Quartett war 2011 schon einmal Gast in Wesel\u201c, erfuhr man an der Programmausgabe im Theaterfoyer. Und auch diesmal vermochte es zu begeistern.<br \/> Jeweils langer, anerkennender Applaus, nach den diversen S\u00e4tzen eines kompositorischen Werkes, dr\u00fcckte die Wertsch\u00e4tzung des Publikums f\u00fcr die erbrachte Spielkunst angemessen zum Ausdruck. Die Kl\u00e4nge von Antonin Dvorak (Streichquartett in Es-Dur) rundeten den Konzertabend w\u00fcrdig ab. Die f\u00fcr Dvorak als typisch geltende emotionale Tiefe der Musik r\u00fchrte auch in Wesel die Menschen an. Nicht minder begeisterte ein Intermezzo f\u00fcr Streichtrio, wiederum aus der Feder von Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-15.2.2017, Wesel<br \/> Kod\u00e1ly-Quartett leitet die H\u00f6rer mit reinsten T\u00f6nen durchs Programm<\/h3>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Musik erz\u00e4hlt Geschichten, nat\u00fcrlich jedem Menschen die je eigene Variation. Gerade das ergibt eine Vielfalt. Aber die Interpreten legen mit ihrem Programm eine Linie vor. So auch am Montagabend im B\u00fchnenhaus das ungarische Kod\u00e1ly-Quartett. Es wies auf Europa. Dessen reiche osteurop\u00e4ische Kultur wurde an Beispielen aus der Musik deutlich. Die vier ungarischen K\u00f6nner, die seit einiger Zeit in Deutschland leben, w\u00e4hlten als Namenspatron den ungarischen Komponisten Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klug begannen sie mit dem genialen Mozart, dem geistige Leichtigkeit eigen war und der damit irdische Tragik ertr\u00e4glich machte. Er wirkte in einer Schnittebene zwischen West und Ost im eurasischen Kontinent. Sein Streichquartett in B-Dur, KV 589, leuchtete wunderbar. Attila Falvay (1. Violine), Ferenc Bang\u00f3 (2. Violine), J\u00e1nos Fej\u00e9rv\u00e1ri (Viola) und Gy\u00f6rgy \u00c9der (Violoncello) holten gleicherweise jeden Ton einzeln und als Teil des gesamten Klang-Gewebes ins Leben: Dies gelang im strahlenden Allegro wie im von tiefen T\u00f6nen der Bratsche und des Cellos eingef\u00fchrten Larghetto, das seine H\u00f6he mit dem beseelten Gesang der ersten Geige erreichte; ebenso beeindruckte es im melodisch vielf\u00e4ltigen Menuetto, zuletzt im tanzenden, kreisenden Rondo des finalen Allegro assai. Darin k\u00fcndigte ein kraftvoller Akzent jeweils den Refrain an.<br \/> Mozarts Unbek\u00fcmmertheit leitete \u00fcber zu Kod\u00e1lys Serenade op. 12 f\u00fcr zwei Violinen und Violoncello. Stehend spielten die Streicher diese Musik, in der sich Bodenst\u00e4ndigkeit und die Freiheit der Steppe ausdr\u00fcckten. Einem lockeren Marsch folgte im Lento-Satz der sehnende Solo-Gesang der ersten Geige, im finalen Vivo das stets junge Erobern der Welt, der Zeit und der Liebe &#8211; \u00fcberall vertraute fremde Kl\u00e4nge.<br \/> Als Widerhall durchwehten sie auch Kod\u00e1lys Intermezzo f\u00fcr Violine, Viola und Violoncello. Das gezupfte Cello verklanglichte den Pulsschlag der lebensstarken Weite der Steppe. Davon sang schon Dvorak (1841-1904) in seinem Streichquartett in Es-Dur, op. 51. Blanke Freude sprang auf im Allegro des ersten Satzes, slawische Melancholie pr\u00e4gte die volkst\u00fcmliche Erz\u00e4hlung der Dumka, die sich schlie\u00dflich in einem farbenspr\u00fchenden Tanz erl\u00f6ste. Die lyrische Romanza wurde vom st\u00fcrmischen Allegro assai hinweggefegt. Nach der zweiten Zugabe, einer Polka von Schostakowitsch, endeten Konzert und Applaus der H\u00f6rer.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-5\"><\/a>NRZ-16.1.2017, Wesel<br \/> Musikalischer Ausflug in S\u00fcdstaaten<br \/> Neue Philharmonie Westfalen und \u00fcberragender Solist begeistern im B\u00fchnenhaus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Neue Philharmonie Westfalen entf\u00fchrte die Zuh\u00f6rer in die S\u00fcdstaaten.<br \/> Zum zweiten Orchester-Konzert der Saison hatte der St\u00e4dtische Musikverein Wesel ins B\u00fchnenhaus eingeladen. Die Neue Philharmonie Westfalen, welche von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann dirigiert wird, ist den Weselern schon seit elf Jahren bekannt. Wie bei jedem gro\u00dfen Konzert war auch dieses Mal wieder ein hervorragender Solist dabei. Rasmus Baumann hatte den Star-Trompeter Reinhold Friedrich, der auch mit dem Konzert begann, mitgebracht. Der Hochschullehrer an der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik in Karlsruhe und Honorarprofessor an der Royal Academy of Music in London spielte das \u201eKonzert f\u00fcr Trompete in C und Orchester\u201c mit dem Titel \u201eNobody knows the trouble I see\u201c von Bernd Alois Zimmermann (1918 &#8211; 1970) \u2013 ein besonderes Spektakel.<br \/> Das Spiritual war w\u00e4hrend der Rassenunruhen in den USA entstanden. Hierbei versuchte der Komponist drei musikhistorisch und stilistisch voneinander abweichende musikalische Gestaltungsprinzipien miteinander zu verschmelzen. Das Werk mit nur einem Satz begann langsam mit den Kl\u00e4ngen der Trompete, die dann im sp\u00e4teren Verlauf rhythmisch swingend mit kadenzhaften Einsch\u00fcben sich steigerte. Diese besondere Art von Musik wurde bewusst an den Anfang gesetzt, da sie sehr schwierig zu verstehen ist. Reinhold Friedrich verstand es aber, mit seinem Instrument auf wunderbare Weise das St\u00fcck zu interpretieren. Nicht umsonst erhielt er f\u00fcr die CD-Einspielung den begehrten \u201eEcho\u201c-Preis.<br \/> Einen Gro\u00dfteil des Konzerts widmete die Neue Philharmonie Westfalen aber George Gershwin, einem der popul\u00e4rsten Komponisten der USA. Dieser tr\u00e4umte immer schon vom S\u00fcden, als er seine Volks-Oper \u201ePorgy and Bess\u201c komponierte. Er \u2013 ein Sohn russisch-j\u00fcdischer Einwanderer \u2013 geh\u00f6rte zu den ersten Komponisten, die Elemente der Konzert-Saal-Musik, des Jazz und des Broadway-Songs miteinander verband. Seine \u201eSuite aus Porgy and Bess\u201c mit gleich neun S\u00e4tzen, von denen \u201eSummertime\u201c wohl die bekannteste Version ist, war \u00e4u\u00dferst h\u00f6renswert und schon ein H\u00f6hepunkt.<br \/> Mit Morton Golds (1913 &#8211; 1996) \u201eAmerican Salute\u201c begann der zweite Teil. Das St\u00fcck basiert auf der patriotischen Melodie \u201eWhen Comes Marching Home Again\u201c und wurde 1943 geschrieben. Es war zweifelsohne mit nur f\u00fcnf Minuten das k\u00fcrzeste St\u00fcck an diesem Abend.<br \/> Tief in den Wilden Westen<br \/> Tief in den Wilden Westen f\u00fchrte dann noch Ferde Grof\u00e9s \u201eGrand Canyon Suite\u201c. F\u00fcnf wunderbare S\u00e4tze hatte diese Komposition und die sagten viel aus: Sunrise (Sonnenaufgang), The painted desert (W\u00fcste), On the trail (auf Spurensuche), Sunset (Sonnenuntergang) und Cloudburst (Wolkenbruch) lie\u00dfen die wundervolle Pracht des Naturschauspiels und Wunders in den USA erkennen. Die Musiker konnten hier einmal ihre Spielfreudigkeit beweisen. Sch\u00f6n w\u00e4re es gewesen, wenn vielleicht im Hintergrund auf einer Leinwand diese wunderbare Landschaft in einem Rundflug gezeigt worden w\u00e4re. Aber auch so war das Konzert wieder eine unterhaltsame Veranstaltung, die mit gro\u00dfem Beifall belohnt wurde.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-16.1.2017, Wesel<br \/> Musikalische Reise in die S\u00fcdstaaten<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Suite aus &#8222;Porgy and Bess&#8220; stand im Zentrum des Konzerts der Neuen Philharmonie Westfalen im B\u00fchnenhaus.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;S\u00fcdstaaten&#8220;, dieser Titel des Konzertprogramms der Neuen Philharmonie Westfalen lockte viele Besucher am Freitagabend in das St\u00e4dtische B\u00fchnenhaus. Fast voll besetzt war es. Das freute nicht nur die Stadt und den St\u00e4dtischen Musikverein als Veranstalter, es freute offensichtlich alle Anwesenden. \u00dcberhaupt ist es eine gute Idee von der NPW, Programme jeweils aus einem Leitgedanken zu entwickeln.<br \/> Hier also &#8222;S\u00fcdstaaten&#8220;, was vom schwierigen \u00dcberleben der armen Bev\u00f6lkerungsschicht handelt, das zudem von Vorurteilen \u00fcber ihre Herkunft belastet ist. In George Gershwins ber\u00fchmter Oper &#8222;Porgy and Bess&#8220; spielt es zumindest unterschwellig mit. Jedenfalls hat der Komponist die musikalischen Ausdrucksformen der schwarzen Bev\u00f6lkerung ernst genommen und wesentliche Teile davon in seine Musik \u00fcbernommen. Die Suite aus &#8222;Porgy and Bess&#8220; stand denn auch im Zentrum des Konzerts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses begann mit Bernd Alois Zimmermanns 1954 komponierten Konzerts f\u00fcr Trompete und Orchester C-Dur &#8222;Nobody Knows The Trouble I See&#8220;. Es ist ein einziger Aufschrei gegen Willk\u00fcr und Unterdr\u00fcckung und erinnert an die B\u00fcrgerrechtsbewegung in den USA. Der namhafte Trompeter Reinhold Friedrich brachte die Bedrohung freiheitlich gesinnter Menschen schmerzlich nahe mit ersten langen, einsamen T\u00f6nen seelischen Leids, mit starken, oft gewaltsam verzerrten Tonlinien uns\u00e4glicher Pein, durch die aber immer wieder Stimmen der Hoffnung drangen.<br \/> Diese leiteten \u00fcber zu Gershwins musikalischen Erz\u00e4hlungen \u00fcber das karge Leben der benachteiligten Schwarzen in einer s\u00fcdamerikanischen K\u00fcstenstadt. Die bitters\u00fc\u00dfe Melancholie des Wiegenliedes &#8222;Summertime&#8220; charakterisierte die gesamte Suite, mochte auch die aufgedrehte schnoddrige Leichtigkeit mancher anderen Ges\u00e4nge den Dirigenten Rasmus Baumann gelegentlich zu t\u00e4nzelnden Bewegungen hinter seinem Pult animieren. Ber\u00fchrend Porgys stolze Lieder von der Freiheit eines Habenichts und dem Gl\u00fcck, die Liebe der heimlich angebeteten Bess errungen zu haben. Mit strenger Bogenf\u00fchrung vergegenw\u00e4rtigten besonders die Streicher den Hurrikane. Vers\u00f6hnlich klang&#8217;s im Finale, in Porgys Gebet &#8222;O Lord, I&#8217;m On My Way&#8220;.<br \/> Ein lebensfroher Rhythmus durchpulste Morton Golds &#8222;American Salute&#8220;. In Ferde Grof\u00e9s &#8222;Grand Canyon Suite&#8220; verstr\u00f6mte sich das farbige Klangfest sinnlicher Erfahrungen w\u00e4hrend eines Aufenthalts in jenem Naturwunder: die zarte R\u00f6te des aufschimmernden Fr\u00fchlichts, das \u00fcberw\u00e4ltigende nat\u00fcrliche Gem\u00e4lde der W\u00fcste, der rasche Ritt durch die fliehende Landschaft, der lastende Sonnenuntergang vor dem schrillen Wolkenbruch, der schlie\u00dflich Erleichterung schenkt.<br \/> Sehr langer, begeisterter Applaus belohnte die engagiert spielenden Musiker.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-4\"><\/a>RP- und NRZ-28.11.2016, Wesel<br \/> Russische Legenden erklingen im B\u00fchnenhaus &#8211; Kompositionen russischer Meister<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Das Weseler Publikum im B\u00fchnenhaus bedankte sich bei den Duisburger Philharmonikern mit viel Beifall f\u00fcr ein Konzert der Extraklasse. Gastgeber war der St\u00e4dtische Musikverein.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man von russischen Komponisten-Legenden spricht, denkt man sofort an die drei popul\u00e4rsten Komponisten aus dem \u00f6stlichsten Teil Europas. Die Rede ist von Peter Tschaikowsky (1840-1893), Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) und Nikolai Rimsky-Korsakow (1844-1908). Auf Einladung des St\u00e4dtischen Musikvereins Wesel waren wieder einmal die Duisburger Philharmoniker zu Gast. Unter der musikalischen Leitung von Aziz Shokhakimov gab es ein Konzert der Extraklasse mit Kompositionen dieser Legenden zu h\u00f6ren.<br \/> Mit dabei war die russische Cellistin Tatjana Vassiljeva am Violoncello. Die im russischen Novosibirsk geborene Musikerin begann ihr Cello-Studium bereits mit sechs Jahren. An diesem Abend zeichnete sie sich besonders durch ihre perfekte Technik und unglaubliche Klangf\u00fclle aus. Nicht umsonst wurde sie mehrfach ausgezeichnet und gilt als eine der f\u00fchrenden Cellistinnen unserer Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Schwerpunkte hatte sich der Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein f\u00fcr den Abend ausgesucht. Der Dirigent aus Usbekistan pr\u00e4sentierte als erstes die Suite aus der Oper &#8222;Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch&#8220; von Nikolai Rimsky-Korsakow. Im Westen galten die m\u00e4rchenhaften Opern des Russen als schwer vermittelbar, im Laufe der Zeit wurden sie aber immer popul\u00e4rer. Das Orchester bot eine farbenreiche Idylle, fein s\u00e4uberlich und vielschichtig und mit einer wunderbar dezenten exotischen Note. Das St\u00fcck war in vier S\u00e4tze eingeteilt und enthielt neben dem Vorspiel &#8222;Lob der Einsamkeit&#8220; einen festlichen Hochzeitsmarsch sowie &#8211; unverkennbar h\u00f6rbar &#8211; ein Schlachtenget\u00fcmmel. Zudem kam das &#8222;selige Ende der Jungfrau Fewronia&#8220; zum musikalischen Ausdruck.<br \/> Ein Highlight des Abends war der Auftritt von Tatjana Vassiljeva mit ihrem Violoncello. Die Musikerin spielte die Variationen \u00fcber ein Rokoko-Thema f\u00fcr Violoncello und Orchester vom bekanntesten aller russischen Komponisten, Peter Tschaikowsky. Das Werk enthielt gleich sieben S\u00e4tze, angefangen vom Tempo della Thema bis hin zum Allegro vivo. Mit voller Leidenschaft und Hingabe pr\u00e4gte die Musikerin diese Musik. F\u00fcr diese hervorragende Darbietung gab es vom Publikum Bravo-Rufe und langanhaltenden Beifall.<br \/> Schlie\u00dflich gab es die 5. Sinfonie d-Moll op. 47 von Dmitri Schostakowitsch. Am Ende gab es viel Beifall und Blumen f\u00fcr den Kapellmeister.<br \/> Das n\u00e4chste Konzert im B\u00fchnenhaus findet statt am Freitag, 13. Januar, 20 Uhr. Zu Gast ist die Neue Philharmonie Westfalen. Unter dem Motto &#8222;S\u00fcdstaaten&#8220; gibt es Melodien aus &#8222;Porgy und Bess&#8220; von George Gershwin, ein Trompeten-Konzert von Bernd Alois Zimmermann und die &#8222;Grand Canyon Suite&#8220; von Ferde Grof\u00e9.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-3a\"><\/a>NRZ-24.10.2016, Wesel<br \/> Drei junge Meister ihres Faches<br \/> Auf Einladung des Musikvereins gastierte das Trio Kontra im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Musikverein Wesel unter Vorsitz von Renate Br\u00fctzel bem\u00fcht sich in jeder Saison, ein breit gef\u00e4chertes Angebot an ausgefallener und anspruchsvoller Musik f\u00fcr alle Generationen zu pr\u00e4sentieren. Seit nunmehr \u00fcber 100 Jahren sorgt dieser Verein daf\u00fcr, dass in Wesel Musik gro\u00df geschrieben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein ganz besonderes Konzert fand jetzt im St\u00e4dtischen B\u00fchnenhaus statt. Zu Gast war das Trio Kontra mit Johanna Pichlmair, Violine, Andreas Ehelebe, Kontrabass, und Georg Michael Grau am Fl\u00fcgel. Alle drei Musiker sind Preistr\u00e4ger der \u201eBundesauswahl Konzerte junger K\u00fcnstler\u201c und &#8211; so stellte es sich an diesem Abend heraus &#8211; exzellente Meister ihres Fachs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe der Jahre hat das Ensemble jede Menge Konzerterfahrungen im In- und Ausland sammeln k\u00f6nnen. F\u00fcr den Namen \u201eTrio Kontra\u201c entschieden sich die Musiker, da im Gegensatz zur \u00fcblichen Klavier-Trio-Besetzung, die sich aus Violine, Violoncello und Klavier zusammensetzt, der Kontrabass den Platz des Cellos einnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab ein \u00e4u\u00dferst h\u00f6renswertes Programm. Die Musiker spielten Kompositionen aus vier Jahrhunderten. Mit Johann Sebastian Bachs \u201eSonate in c-Moll\u201c aus dem Bachwerkeverzeichnis 1024 begann das Konzert gleich mit vier S\u00e4tzen. Hierbei gab es einen hochexpressiven Eingangssatz mit einem weit gespannten Violinen-Solo &#8211; bereits ein H\u00f6hepunkt an diesem Abend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gutes Zusammenspiel<br \/> Es folgte eine moderne Komposition mit ungew\u00f6hnlichen Kl\u00e4ngen des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki (geboren 1933), bei der der Kontrabass auch einmal seine h\u00f6chsten T\u00f6ne beweisen konnte. Dieses gewaltige Werk widmete der Pole der ber\u00fchmten Geigen-Virtuosin Anne Sophie Mutter. Das nachfolgende Duo concertante f\u00fcr Violine, Kontrabass und Klavier (hier wurde der Orchesterpart gespielt) in zwei S\u00e4tzen von Giovanni Bottesini (1821 &#8211; 1889) erinnerte an den typischen italienischen Musikstil. Hierbei wurde besonders die Fingerfertigkeit der Aktiven gefordert. Eine herausragende Leistung! Bottesini, selbst ein gro\u00dfartiger Virtuose am Kontrabass, war ein Freund Giuseppe Verdis und dirigierte die Oper \u201eAida\u201c bei seiner Urauff\u00fchrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pichlmair, Ehelebe und Grau verstanden sich untereinander. Einige Kompositionen spielten sie im Original, einige in einer hervorragenden Bearbeitung. Alle Darbietungen wurden fein s\u00e4uberlich und mit viel Elan vorgetragen. Den Elan versp\u00fcrte man bei einer Komposition des Argentiniers Astor Piazzolla (1921 &#8211; 1992). Der Komponist hatte sich erst sehr sp\u00e4t dem Tango zugewandt. Er entwickelte dabei ein intensives und zugleich widerspr\u00fcchliches Verh\u00e4ltnis zum Tango. Gleich vier Varianten gab es zu h\u00f6ren, wobei sich Piazzolla an das Thema der \u201eVier Jahreszeiten\u201c von Vivaldi hielt (Las Cuatros Estaciones Portenas &#8211; Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr melancholisch ging es bei der Totenklage \u201eTrio \u00e9l\u00e9giaque Nr. 1 in g-Moll von Sergej Rachmaninov zu. Auch dieses St\u00fcck des Komponisten, von dem man sagt, er h\u00e4tte nie gel\u00e4chelt, stand auf dem Programm. Es endete mit einem Trauermarsch. Als Zugabe spielte das Trio, das reichlich Applaus erhielt, einen Marsch von Fritz Kreisler.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-3b\"><\/a>RP-24.10.2016, Wesel<br \/> Junges Trio auf hohem Niveau und ohne Furcht<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oh, diese wunderbare Geige am Freitagabend im B\u00fchnenhaus, ein Instrument von der Guarneri-Familie, Cremona 1735, es wurde eins mit der Musik und deren Interpretin Johanna Pichlmair. Die hellere Stimme der Violine klang im &#8222;Trio Kontra&#8220;, in dieser ungew\u00f6hnlichen Besetzung Geige, Kontrabass und Klavier, naturgem\u00e4\u00df hervor. Aber nie egozentrisch gef\u00e4rbt.<br \/> Und das war besonders gut im frischen, nat\u00fcrlich leuchtenden Klangbild des jungen harmonischen Ensembles, deren Mitglieder &#8211; neben der Violinistin der Kontrabassist Andreas Ehelebe und der Pianist Georg Michael Grau &#8211; sehr wohl als K\u00fcnstler bezeichnet werden d\u00fcrfen.<br \/> Der Deutsche Musikrat empfiehlt junge K\u00f6nner, und die erfahrenen Konzertplaner des St\u00e4dtischen Musikvereins und der Stadt Wesel orientieren sich daran. Der furchtlose Zugriff der jungen Menschen auf alte und neue Meisterwerke, freilich im Vertrauen auf eigenen Flei\u00df und durch intensives Lernen erworbene Gestaltungsf\u00e4higkeit, nahm die H\u00f6rer mit. Die waren hin und weg.<br \/> Bachs Sonate c-Moll, BWV 1024, gewann geistige Tiefe mit der behutsamen schrittweisen Ann\u00e4herung an das Werk, das sich im Adagio als wundersames Lied entfaltete und sich im Presto furchtlos dem Leben stellte. Das forderte umgehend in Pendereckis Duo concertante f\u00fcr Violine und Kontrabass die Anerkennung des Jetzt heraus. Verfremdende h\u00e4rtere Bogenstriche, mitunter Klopf-Effekte, spr\u00f6dere Tonfolgen, die sich jedoch immer wieder zum mutigen Aufbruch bewegten, das pl\u00f6tzliche Aus nach einem Allegretto scherzando riss die H\u00f6rer mit. Danach Aufatmen in der puren Sch\u00f6nheit von Bottesinis Duo concertante f\u00fcr Violine, Kontrabass und Klavier, einem virtuosen St\u00fcck mit furiosen Kadenzen des Kontrabasses. Auch die beiden anderen Instrumente erhielten ihre besonderen Auftritte: Klavier und Violine jeweils in einem Allegro maestoso, einer lachend vagabundierenden Spielmusik. Hui, wie das lief. Pause.<br \/> Von Trauer erz\u00e4hlten die summenden Streicher und das fl\u00fcsternde Klavier in Rachmaninovs Trio \u00e9l\u00e9giaque Nr. 1 in g-Moll, aufw\u00fchlend bis zum erl\u00f6senden Schluss. Danach sprang die Weltlust ungebremst auf: Piazzollas Las Cuatros Estaciones Portenas &#8211; Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires &#8211; inspiriert von Vivaldi, sogar mit einigen Zitaten geschm\u00fcckt. Die klangliche Darstellung aber unverkennbar lateinamerikanisch, der Rhythmus erinnerte an den Tango, ohne ihn direkt einzuf\u00fcgen. Die Jahreszeiten wurden klanglich gemalt. Kompositorische Kunst auf hohem Niveau, die interpretatorische ebenso.<br \/> Muss der Applaus, das Gl\u00fcck des Dabeiseins extra erw\u00e4hnt werden?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-2\"><\/a>NRZ-14.9.2016, Wesel<br \/> Musik-Spektakel mit Percussions und Posaunen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Professionelles Quartett aus Leipzig l\u00e4utet die Konzertsaison des St\u00e4dtischen Musikvereins ein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieter Kr\u00fcssmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joachim Gelsdorf (Bassposaune), Wolfram Dix (Percussion und Drums) und Marton Palko (Alt- und Tenorposaune) und Maxim Kulikov (Posaune) geh\u00f6rten zu den ersten Stars bei der Er\u00f6ffnung der Konzertsaison 2016\/17 des St\u00e4dtischen Musikvereins in Zusammenarbeit mit der Stadt Wesel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn diese Profi-Musiker von \u201ePercussion Posaune Leipzig\u201c (sie alle sind studierte Musiker und haben in den verschiedensten Orchestern gespielt) zusammen in einem Konzert spielen, dann ist das ein purer Musikgenuss: Nicht nur Freunde der Blasmusik kamen im B\u00fchnenhaus auf ihre Kosten. Die musikalische Bandbreite an diesem Abend war schon ein Erlebnis der besonderen Art. Das Programm enthielt zahlreiche Titel, die jeweils vor dem Vortrag vom \u201esprechenden Programmheft\u201c (so wird Joachim Gelsdorf genannt) erkl\u00e4rt wurden. Das Konzert stand unter dem Titel \u201eVon Johann Sebastian Bach bis zum Wei\u00dfen Hai im Alpensee\u201c, eigentlich ein ausgefallenes Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Konzert begann mit der Richard-Strauss-Fanfare \u201eAlso sprach Zarathustra\u201c, dem ein besonders sch\u00f6n swingendes \u201eThis could be the start of something big\u201c von Steve Allen folgte. Hierbei konnte man sch\u00f6n verfolgen, wie die Posaunen miteinander gut zusammen passten. Das Quartett verstand sein Handwerk, schlie\u00dflich ist dieses Ensemble schon fast 25 Jahre zusammen und war schon auf Gastspielen in halb Europa zu Gast.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufmerksamkeit schenkte man sich beim Solo-Spiel des Drummers Wolfram Dix, der zun\u00e4chst auf der Schlitztrommel fast zw\u00f6lf Minuten lang eine \u201eMonade\u201c spielte. Begeistert aufgenommen wurde dann zus\u00e4tzlich noch das Solo f\u00fcr Bongos \u201eMittsommer\u201c, bei dem sich einmal das komplette Schlagzeug vorstellte. Beide Kompositionen des Solisten kamen an. Zwei Liebeslieder aus England als Madrigal erinnerten an die Zeit des Mittelalters.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Henry Walthers moderne Fassung von \u201eLobet den Herren, alle die ihn ehren\u201c stand ebenfalls auf dem Programm. Das Publikum war \u00e4u\u00dferst \u00fcberrascht. Unter ihnen auch der ehemalige Pfarrer Dr. Norbert Ittmann. Er, der selber auch ein Blasinstrument spielt, kannte nat\u00fcrlich das Lied aus dem Gesangbuch und meinte dazu, dass dieses St\u00fcck doch ein wenig gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig sei, es aber dennoch sehr gut interpretiert wurde. Ohne den Schlagzeuger spielte das Trio Johann Sebastian Bachs \u201ePrelude IX\u201c aus dem Wohltemperierten Klavier. F\u00fcr reichlich Schwung sorgte die Habanera aus \u201eCarmen\u201c von Georges Bizet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Schluss hatten sich die Musiker \u201eDer wei\u00dfe Hai im Alpensee\u201c aufbewahrt, einer modernen Komposition des \u00d6sterreichers Christoph Wundrak (geb. 1948). Und aufgrund der hohen Temperaturen gab es dann noch als Zugabe den ber\u00fchmten \u201eSummertime-Blues\u201c von Georg Gershwin zu h\u00f6ren.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-14.9.2016, Wesel<br \/> Viel Applaus f\u00fcr Ensemble aus Leipzig im B\u00fchnenhaus<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fanfare aus Richard Strauss&#8216; Sinfonischer Dichtung &#8222;Also sprach Zarathustra&#8220; frei nach Friedrich Nietzsches Vorrede seines ber\u00fchmten Buches, der ermutigenden Hymne an die Sonne und die Freiheit des Menschen, er\u00f6ffnete das erste Konzert der diesj\u00e4hrigen Reihe im B\u00fchnenhaus. Dargeboten Montagabend vom Ensemble &#8222;percussion posaune leipzig&#8220;, k\u00fcnstlerisch hochkultiviert.<br \/> Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter ging&#8217;s mit dem modernen &#8222;This could be the start of something big&#8220; von Steve Allen und zeitlos sch\u00f6nen Madrigalen von Holborne und Morley aus dem alten England. Dann stellte Joachim Gelsdorf, Bassposaunist und literarisch beschlagener, witziger Moderator, den \u00fcberaus empfindsamen, hochmusikalischen Schlagzeuger Wolfram Dix vor. Der lange, schlanke, asketisch wirkende Mann, als einziger in einen schlichten schwarzen Anzug gekleidet statt in den vornehmen Frack, war schon vorher mit seinem dezenten Tambourin aufgefallen. Dieser Ausnahmemusiker und Komponist \u00f6ffnete neue Perspektiven mit seinem Solo &#8222;Monade&#8220; (nach Leibniz&#8216; Lehre vom unteilbaren Teilchen) auf einer h\u00f6lzernen Schlitztrommel. Bachs Prelude IX, Wohltemperiertes Klavier, 2. Buch; Henry Walthers zeitgen\u00f6ssische Choralfantasie &#8222;Lobet den Herren alle, die ihn ehren&#8220;. Pausengespr\u00e4che, einhellig: &#8222;Das Kinder- und Jugendkonzert der Leipziger heute Nachmittag in der Musikschulaula war einsame Klasse.&#8220;<br \/> Hier nun fragil, aber mit der Wucht der Begeisterung weiter: Einmarsch der Musiker mit Carmens hinrei\u00dfender Habanera (Bizet), gefolgt von &#8222;Mr. B. &amp; We&#8220; von Hans-Peter Preu (modern), noch einmal Dix und sein atemlos Staunen machender &#8222;Mittsommer&#8220; (Solo f\u00fcr Bongos und und einer Armee von bislang ungesehenen Instrumenten, deren T\u00f6ne er mit formender Hand verwehte. &#8222;Der wei\u00dfe Hai im Alpensee&#8220;, von Christoph Wundrak f\u00fcrs Ensemble ersonnen, dem auch Stefan Wagner und Marton Palko (Tenor- und Altposaune) angeh\u00f6ren. Geb\u00fchrendes Schweigen, danach Applaus f\u00fcrs gro\u00dfe Ereignis.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-1\"><\/a>NRZ-14.9.2016, Wesel<br \/> \u201eEine Reise auf dem Posaunenzug\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Quartett \u201ePercussion Posaune\u201c erweckte in der Musik- und Kunstschule mit dem Kinderkonzert \u201ePosaunissimo\u201c bei den J\u00fcngsten Interesse an klassischer Musik<br \/> MARKUS WEISSENFELS<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joachim Gelsdorf f\u00fchrte in das St\u00fcck \u201ePosaunissimo \u2013 eine musikalische Reise f\u00fcr Kinder auf dem Posaunenzug\u201c ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kinder und Klassik? Auch wenn es sich im ersten Moment nicht besonders kompatibel anh\u00f6rt, es passt. Das dachte sich wohl der St\u00e4dtische Musikverein und veranstaltete ein Musik-Event f\u00fcr die Kleinen. Das Kinderkonzert in der Aula der Musik- und Kunstschule gab den Startschuss zur Konzertsaison. Vier Kammerkonzerte sowie drei Orchesterkonzerte warten noch auf musikbegeisterte Ohren.<br \/> Klassik ist nicht nur was f\u00fcr Senioren<br \/> \u201eWir freuen uns, eine Kinderveranstaltung als Er\u00f6ffnung zu haben\u201c, erz\u00e4hlt Max Brandt. Der zweite Vorsitzende des Musikvereins w\u00fcnscht sich, dass mehr Kinder Interesse an klassischer Musik entwickeln. \u201eWenn man sich in der Oper umschaut, sind die meisten Zuschauer doch schon \u00fcber 70\u201c, erz\u00e4hlt Brandt. \u201eKinder sind meistens offener und toleranter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kleinen lassen sich noch schneller begeistern als so mancher Erwachsener\u201c. Dass es sich bei den Kindern durchaus um potenzielle zuk\u00fcnftige Besucher ihrer Konzerte handelt, ist Brandt und seinem Kollegen Klaus-Ulrich Schmidt durchaus bewusst. \u00dcber 13 Schulen und 35 Kinderg\u00e4rten haben die beiden Mitglieder des Musikvereins angeschrieben und zu dem Kinderkonzert eingeladen. \u201eWir m\u00f6chten auch Jugendliche ansprechen, nicht nur Senioren\u201c, erkl\u00e4rt Brandt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn von den rund 200 ausgestellten Karten nur 60 verkauft wurden: \u201eEs ist ein Anfang\u201c. Die Band \u201ePercussion Posaune\u201c lie\u00df sich etwas ganz Besonderes einfallen f\u00fcr die kleinen G\u00e4ste. Eine aus dem Jahr 2012 stammende neue Interpretation des ber\u00fchmten M\u00e4rchens \u201eDie Bremer Stadtmusikanten\u201c stand zwar auf dem Programm: Da aber einer der Musiker verhindert war, wurde diese kurzerhand durch \u201ePosaunissimo \u2013 eine musikalische Reise f\u00fcr Kinder auf dem Posaunenzug\u201c ersetzt. Auch wenn die Musik in dem M\u00e4rchen letztendlich eine untergeordnete Rolle spielte, so stand sie bei \u201ePosaunissimo\u201c deutlich im Vordergrund. Ohne gro\u00dfe Worte, aber mit vielen musikalischen Elementen wurde die Geschichte zu neuem Leben erweckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der Kammermusik stand vor allem das Instrument an sich im Vordergrund. Die Band erz\u00e4hlte \u00fcber die Eigenarten und die Geschichte der Posaune Die Kinder lauschten aufmerksam. Ein erstauntes Raunen ging durch die Reihen, als die Musiker anfingen zu spielen. Joachim Gelsdorf, der Leiter des Quartetts, f\u00fchrte pers\u00f6nlich in das St\u00fcck ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer wird der n\u00e4chste gro\u00dfe Star?<br \/> Gegen Ende durften die Kinder dann auch selbst Hand anlegen. Wie f\u00fchlt sich so eine Posaune \u00fcberhaupt an? Wie klingt es, wenn man in das Instrument rein bl\u00e4st? Diesen Fragen gingen die jungen Zuschauer auf den Grund. Und wer wei\u00df? Vielleicht ist unter ihnen ja der n\u00e4chste Posaunenstar.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">RP-14.9.2016, Wesel<br \/> Konzert soll Kinder an Klassik heranf\u00fchren<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Quartett &#8222;Percussion Posaune&#8220; weckte mit &#8222;Posaunissimo&#8220; bei den J\u00fcngsten Interesse an klassischer Musik.<br \/> Kinder und Klassik passen gut zusammen. Das dachte sich wohl der St\u00e4dtische Musikverein und veranstaltete ein Musik-Event f\u00fcr die Kleinen. Das Kinderkonzert in der Aula der Musik- und Kunstschule gab den Startschuss zur Konzertsaison. Vier Kammerkonzerte sowie drei Orchesterkonzerte warten noch auf musikbegeisterte Ohren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wir freuen uns, eine Kinderveranstaltung als Er\u00f6ffnung zu haben&#8220;, erz\u00e4hlt Max Brandt. Der zweite Vorsitzende des Musikvereins w\u00fcnscht sich, dass mehr Kinder Interesse an klassischer Musik entwickeln. &#8222;Wenn man sich in der Oper umschaut, sind die meisten Zuschauer doch schon \u00fcber 70&#8220;, erz\u00e4hlt Brandt. &#8222;Kinder sind meistens offener und toleranter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber 13 Schulen und 35 Kinderg\u00e4rten haben die beiden Mitglieder des Musikvereins angeschrieben und zu dem Kinderkonzert eingeladen. &#8222;Wir m\u00f6chten auch Jugendliche ansprechen, nicht nur Senioren&#8220;, erkl\u00e4rt Brandt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn von den rund 200 ausgestellten Karten nur 60 verkauft wurden: &#8222;Es ist ein Anfang.&#8220; Die Band &#8222;Percussion Posaune&#8220; lie\u00df sich etwas Besonderes einfallen f\u00fcr die kleinen G\u00e4ste. Eine aus dem Jahr 2012 stammende neue Interpretation des M\u00e4rchens &#8222;Die Bremer Stadtmusikanten&#8220; stand zwar auf dem Programm: Da aber einer der Musiker verhindert war, wurde diese kurzerhand durch &#8222;Posaunissimo &#8211; eine musikalische Reise f\u00fcr Kinder auf dem Posaunenzug&#8220; ersetzt. Auch wenn die Musik in dem M\u00e4rchen letztendlich eine untergeordnete Rolle spielte, so stand sie bei &#8222;Posaunissimo&#8220; deutlich im Vordergrund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der Kammermusik stand vor allem das Instrument an sich im Vordergrund. Die Band erz\u00e4hlte \u00fcber die Eigenarten und die Geschichte der Posaune, die Kinder lauschten aufmerksam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen Ende durften die Kinder dann selbst Hand anlegen. Wie f\u00fchlt sich so eine Posaune \u00fcberhaupt an? Wie klingt es, wenn man in das Instrument hineinbl\u00e4st? Diesen Fragen gingen die jungen Zuschauer auf den Grund. Und wer wei\u00df? Vielleicht ist unter ihnen ja der n\u00e4chste Posaunenstar.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"16-17-1\"><\/a>Musikverein mit tollem Aboprogramm<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Hochrangige und abwechslungsreiche Konzerte gibt es ab September im B\u00fchnenhaus.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Konzertreihe im B\u00fchnenhaus 2016\/2017, Abo und freier Verkauf, verantwortet vom St\u00e4dtischen Musikverein und von der Stadt Wesel, weckt jetzt schon blanke Vorfreude. Bei der Jahreshauptversammlung des Musikvereins im Waldhotel Tannenh\u00e4uschen wurde sie unl\u00e4ngst vorgestellt (RP berichtete). Dem seit Jahren versierten Programmplaner und Plakatgestalter Klaus-Ulrich Schmidt gelang wiederum eine so hochrangige wie abwechslungsreiche musikalische Folge. Ihm assistierte bei der ehrenamtlichen, naturgem\u00e4\u00df vielen Arbeit der neue stellvertretende Vorsitzende des Musikvereins, Dr. Max Brandt, mit Sachverstand und Begeisterung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Montag, 12. September, geht&#8217;s los mit dem Ensemble &#8222;percussion posaune leipzig&#8220;. Der Name &#8222;Leipzig&#8220; ist sowieso eine G\u00fctemarke. Vier Profimusiker &#8211; drei Posaunisten und ein Percussionist &#8211; bieten Bearbeitungen von Renaissance (Madrigale), dem einsamen gro\u00dfen Bach (Wohltemperiertes Klavier) bis Wudrak, geb. 1948, (Der wei\u00dfe Hai im Alpensee). Bearbeitungen &#8211; schon seit hunderten Jahren im Konzertbetrieb \u00fcblich &#8211; und moderne Kompositionen werden von den Weseler H\u00f6rern l\u00e4ngst akzeptiert. Neu ist ein moderiertes Nachmittagskonzert f\u00fcr Kinder und Familien: &#8222;Die Bremer Stadtmusikanten&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag, 21. Oktober: &#8222;Trio Kontra&#8220; &#8211; Violine, Kontrabass, Klavier &#8211; mit Werken von Bach, Penderecki, Bottesini, Rachmaninow, Piazzolla. Die drei pr\u00e4miierten jungen Musiker sind vorgeschlagen von der Bundesauswahl Konzerte junger K\u00fcnstler &#8211; BAKJK &#8211; ebenfalls ein G\u00fctezeichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag, 25. November: Duisburger Philharmoniker unter dem jungen Ausnahme-Dirigenten Aziz Shokhakimov und mit der russischen Cellistin Tatjana Vassiljeva (&#8222;Russische Legenden&#8220; &#8211; Rimsky-Korsakow, Schostakowitsch, Tschaikowsky).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag, 13. Januar: Neue Philharmonie Westfalen unter Generalmusikdirektor Rasmus Baumann mit dem Solisten Reinhold Friedrich, Trompete. &#8222;S\u00fcdstaaten&#8220; hei\u00dft ihr Programm mit Gershwin, Grof\u00e8 und Zimmermann. Das ist doch Klasse!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Samstag, 13. Februar: Kod\u00e1ly Quartett (zwei Violinen, Viola, Violoncello), das international ber\u00fchmte ungarische Ensemble, das sich vornehmlich den Werken ihres Landsmanns Kod\u00e1ly widmet, in Wesel auch Mozart und Dvorak exzellent nahebringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag, 3. M\u00e4rz: Cicerone Ensemble (BAKJK). Dessen Instrumente Traversfl\u00f6te, Barockcello und Cembalo verraten schon, dass es sich hier um ein Programm mit historischer Musik handelt. Dargeboten wird dieses von ausgezeichneten jungen Musikern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwoch, 17. Mai: Neue Philharmonie Westfalen mit einem gro\u00dfen Abschlusskonzert. Unter GMD Rasmus Baumann spielt der international gefragte Pianist Martin Stadtfeld Mozarts Klavierkonzert Nr. 26, c-Moll. Au\u00dferdem erklingt Haydns Sinfonie Nr. 92 (Oxford). Rasmus Baumann hat offenkundig die Neue Philharmonie Westfalen mit seiner \u00fcberlegten Programmgestaltung und inspirierenden Dirigierkunst vorangebracht. Vorgesehen ist f\u00fcr Wesel auch, dass der Pianist Stadtfeld bei einem Schulbesuch mit Sch\u00fclern \u00fcber seine Arbeit spricht und einige Musikst\u00fccke vorstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lust bekommen, ein Abo zu bestellen? Das ist an der Theaterkasse im Centrum m\u00f6glich. Das Konzertprogramm des Musikvereins ist zu lesen im gerade herausgekommenen Prospekt des St\u00e4dtischen B\u00fchnenhauses 2016\/17. Die neue Brosch\u00fcre des Musikvereins kommt voraussichtlich Anfang August heraus.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"K-3\"><\/a>RP-26. Juli 2016, Wesel<br \/> Die Schnelligkeit der Zeit fast \u00fcberlistet<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Fest der Kl\u00e4nge, eine Bejahung der Virtuosit\u00e4t: Die junge russische Pianistin Polina Kulikova legte in der Reihe der Klaviersommer-Konzerte einen au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Auftritt in der Aula der Musik- und Kunstschule hin. Von Hanne Buschmann<br \/> Das war ein Tag, der Sonntag in der Musikschulaula, der dritte Klaviersommertag! Die H\u00f6rer freuten sich \u00fcber das au\u00dfergew\u00f6hnlich gute Konzert, richtiger, sie waren schier aus dem H\u00e4uschen; die junge russische Pianistin Polina Kulikova strahlte, dass ihr Spiel so unbeschwert gelang; die Veranstalter, St\u00e4dtischer Musikverein Wesel und Musik- und Kunstschule Wesel, sowie der Vertreter der organisierenden japanischen Klavierbau-Firma Kawai freuten sich \u00fcber alles. Zudem \u00fcbergl\u00e4nzte ein wundersch\u00f6ner Sommertag das Ereignis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es durfte allerdings auch Hochkar\u00e4tiges erwartet werden. Das Programm informierte \u00fcber die hervorragende Ausbildung des Talents am weltber\u00fchmten Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und zeigte ein ungew\u00f6hnlich reiches Programm. Das alles in etwas eineinhalb Stunden? Nun, es wurden fast zwei Stunden, dazwischen eine Pause. Ein Fest der Kl\u00e4nge, eine Bejahung der Virtuosit\u00e4t, weil deren Technik zur Dienerin der Kunst und des Kunstgenusses wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mendelssohns Scherzo a capriccio in fis-Moll eilte so witzig, spritzig, esprit-geladen dahin, dass der eigene Atem kaum mithalten konnte. Zum Gl\u00fcck gab es Momente der Verlangsamung, aus deren Tiefen das Tempo sich kraftvoll erneuerte. Schumanns Zehn St\u00fccke aus &#8222;Bunte Bl\u00e4tter&#8220;, op. 99, begegneten zun\u00e4chst mit ruhigem Melodienfluss, bis pl\u00f6tzlich die Wildheit der Jugend hervorbrach. Eine Novellete, eine balladenartige Erz\u00e4hlung, danach ein Pr\u00e4ludium, also eine Vorausweisung, beendeten Schumanns St\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich Johannes Brahms mit seinen Variationen \u00fcber ein Thema von Paganini, op. 35,1, in die musikalische Kreativit\u00e4t des legend\u00e4ren italienischen Geigenvirtuosen hineingekniet hat, \u00fcbersprang geradezu, oft in der H\u00f6he tirilierend, die H\u00f6rer vehement. Die Pianistin schien ja die Schnelligkeit der Zeit zu \u00fcberlisten, so flogen ihre Finger \u00fcber die Tasten, klaubten bestimmende Tonverbindungen auf, erzwangen wilde Harmonien. Die Klangfarbe \u00e4nderte sich, wurde dunkler, das Tempo ein wenig verhaltener: Der norddeutsche Brahms kam bei sich selbst an. &#8211; Pause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann 12 Preludes from op. 11 des Russen Scriabin. Da atmete die Musik Weite, die Unendlichkeit Nordasiens oder der Ozeane. Kostbare H\u00f6r-Erfahrungen. Die wurden rhythmisch vertieft in Strawinskys Drei S\u00e4tzen aus dem Ballett &#8222;Petruschka&#8220;. Darin die Urkraft eines b\u00e4uerlichen russischen Tanzes, quasi h\u00f6lzern verfremdet, weil die Holzpuppe &#8222;Petruschka&#8220; einem traurigen Clown \u00e4hnelt. In Petruschkas Stube zersplitterte dessen Hoffnung auf Liebe, auf dem Fastnachtsjahrmarkt schlenkerte die Holzpuppe durch das \u00fcberbordende Gew\u00fchl der bunten Menge. Leonid Desjatnikow, geboren 1955, notierte &#8222;Nachkl\u00e4nge aus dem Theater&#8220; von der Ouvert\u00fcre \u00fcber das Am\u00fcsement des Vaudeville, der Munterkeit des Rundtanzes, der leisen Gl\u00f6ckchenmelodie.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"K-2\"><\/a>RP-28. Juni 2016, Wesel<br \/> Beseelte Klang-Erz\u00e4hlungen geben Klaviersommer Farbe und Gewicht<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Programm des zweiten diesj\u00e4hrigen Klaviersommer-Konzerts am Sonntag zeigte es schon: Nicht von der m\u00f6glichen Virtuosit\u00e4t wurde es beherrscht; die ersten Takte auf dem Klavier best\u00e4tigten es bereits. Der junge polnische Pianist Adam Gozdziewski spielte beseelt aus innerer Ausdruckskraft. Von Hanne Buschmann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit bemerkenswerter Reife n\u00e4herte er sich Mozarts Rondo in a-Moll, KV 511, einem Werk, das 1787, vier Jahre vor dem Tod des Komponisten 1791 entstand und deutlich von der Tragik im menschlichen Leben bestimmt ist. Die H\u00f6rer in der Musikschul-Aula folgten gebannt dieser Klang-Erz\u00e4hlung, die mit zarten T\u00f6nen das Staunen schildert \u00fcber die Welt, deren strahlende Sch\u00f6nheit von der Gegenwart des Todes \u00fcberschattet wird, damit sie \u00fcberhaupt fassbar werde. Gut, dass gerade auch an jenem heiteren Sonnentag an das zwiefache Gesicht der Existenz erinnert wurde, gut, dass es in Mozarts bejahender Zusammenfassung entfaltet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in Chopins Klaviersonate Nr. 2 b-Moll, op. 35, legte der Pianist \u00e4hnliche Strukturen frei. Das erregende Grave gewann immer mehr Farbe, hielt auch mal besinnlich inne. Im Scherzo wechselten scharfe Kontraste, bis diese sich im schweren Schritt-Rhythmus eines Trauermarsches aufl\u00f6sten. In dessen Melancholie erinnerte hin und wieder leiser Gesang an helles Leben. Dieses str\u00f6mte dann im Finale kraft- und trostreich weiter, mit flinken, aber behutsam regierenden Fingern zum Klingen gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Trauermarsch auch in Beethovens Klaviersonate Nr. 12 in As-Dur, op. 26 &#8211; die alles bestimmende Schl\u00fcssel-Erfahrung im menschlichen Dasein. Im dritten Satz der Sonate, die formal der Viers\u00e4tzigkeit gehorcht, aber in der Logik des Erlebens schildert. Im Andante con Variazioni schon die raum- und welterfassende Bewegung des Geistes in purem, aber nicht leicht hingeworfenem Wohlklang, forschend und sinnend. Im Scherzo bricht Fr\u00f6hlichkeit auf, durch wissenden Geist gez\u00fcgelt. Unentrinnbar die Gegenwart des Todes, dessen Gleichzeitigkeit dargestellt ist in zeitlicher Folge: im dritten Satz &#8222;Marcia Fun\u00e8bre&#8220;. Auch hier der schwere Schritt. Dem folgt im Allegro neue Bewegung, die sich zum Gl\u00fcck im Hier und Jetzt bekennt &#8211; zur Zusammenschau des Ganzen wie es alte Mythen lehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein pr\u00e4chtiges Klangbild stellte Chopins op. 22 mit der rauschenden Grande Polonaise brillante nach dem einladenden Andante dar. Ein fast bet\u00f6rendes Fest und eine \u00fcberzeugende Zusammenbindung in gl\u00e4nzenden melodischen L\u00e4ufen. Diesen galt ein Bravo-Ruf, der lange Applaus dem denkenden jungen Pianisten. Nat\u00fcrlich Zugabe.<br \/> Ganz gro\u00dfer Applaus nach dem Konzert<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"K-1\"><\/a>RP-24. Mai 2016, Wesel<br \/> Anspruchsvoller Klaviersommer startet<br \/> Der nur 22 Jahre alte Jaehan Lim spielte Prokofiev, Bach und Schumann &#8211; ausdrucksstark und mystisch<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das Wetter sieht zwar wenig sommerlich aus&#8220;, meinte Dagmar Beinke-Bornemann, Leiterin der Musik- und Kunstschule, in ihrer Begr\u00fc\u00dfung zum nur sp\u00e4rlich erschienenen Publikum. &#8222;Aber zum Gl\u00fcck sind wir ja daf\u00fcr nicht zust\u00e4ndig, sondern f\u00fcr die Musik. Und die wird sicher sch\u00f6ner.&#8220; Am Sonntag startete der 18. Weseler Klaviersommer in die Saison.<br \/> Am Fl\u00fcgel arbeitete sich der Koreaner Jaehan Lim durch ein \u00fcberaus anspruchsvolles Programm. Der 22 Jahre alte K\u00fcnstler interpretierte die Sonate Nr. 4, op. 29 von Sergej Prokofiev (1891 &#8211; 1963) ausdrucksstark, ja fast mystisch. Sein Blick ging w\u00e4hrend des Spiels oft hoch, in den Raum, ins Leere. Lim blickte immer wieder \u00fcber den weit ge\u00f6ffneten Konzertfl\u00fcgel, der sein Tastenspiel im schwarzen Klavierlack spiegelte. Zeitgleich lie\u00df er schwierigste Tonfolgen pr\u00e4zise und simultan mit viel Dynamik und Emotion erklingen.<br \/> Der allumfassende, pr\u00e4zise Klang hat es Jaehan Lim wohl angetan. Wie man erfuhr, reiste der K\u00fcnstler mit nur vier Dingen im Gep\u00e4ck an: einer Flasche Wasser, einer Schachtel Zigaretten, einem Stimmstock und einem Twix &#8211; sonst nichts. Der Pianist habe n\u00e4mlich eine Marotte, erkl\u00e4rte die Musikschulleiterin den anwesenden Zuh\u00f6rern und Zuschauern augenzwinkernd. Jaehan Lim stimmt das Konzertinstrument nach dem Einspielen immer pers\u00f6nlich und hat daf\u00fcr sogar extra eine Ausbildung zum Klavierstimmer absolviert. Klingt im ersten Augenblick vielleicht ein klein wenig skurril, dr\u00fcckt aber &#8211; bei nochmaligem Nachdenken &#8211; auch einfach nur ein \u00e4u\u00dferst inniges Verh\u00e4ltnis zum Instrument aus.<br \/> Schon seit vielen Jahren ist die Kooperation zwischen dem St\u00e4dtischen Musikverein, der Kunst- und Musikschule und der Klavierfirma Kawai, die die Pianisten besorgt, gute Tradition. Neben Prokofiev standen zum Auftakt Johann Sebastian Bachs (1685 &#8211; 1750) Das wohltemperierte Klavier Teil 2, Nr. 5 sowie zwei St\u00fccke von Robert Schumann (1810 &#8211; 1856) Arabeske (op. 18) und Symphonische Et\u00fcden (op. 13) auf dem Programm. Dank des Spiels von Jaehan Lim war der Auftakt des Klaviersommers gelungen und voller spannender Momente.<br \/> Die weiteren Klavierabende finden statt am 26. Juni, 24. Juli und 28. August. Die Konzerte beginnen um 18 Uhr in der Aula der Musik- und Kunstschule, An der Zitadelle 13. Eintritt: Erwachsene zehn Euro, Jugendliche\/Sch\u00fcler f\u00fcnf Euro; Sch\u00fcler der Musik- und Kunstschule haben freien Eintritt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.48&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Neu-Marke.jpg&#8220; admin_label=&#8220;Bild&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.87&#8243; animation_style=&#8220;slide&#8220; animation_direction=&#8220;left&#8220; animation_duration=&#8220;500ms&#8220; animation_intensity_slide=&#8220;10%&#8220; animation=&#8220;left&#8220; sticky=&#8220;off&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]&nbsp; [\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.0.47&#8243; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;3.0.87&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;] Presse-Berichte zu den Konzerten aus der RHEINISCHEN POST (RP) und der NEUEN RHEIN-ZEITUNG (NRZ) [\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;3.18.7&#8243; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","footnotes":""},"class_list":["post-1497","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1497"}],"version-history":[{"count":73,"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3938,"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1497\/revisions\/3938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikverein-wesel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}