Kammer- und Orchesterkonzerte der Saison 2018-19

Die Konzerte im Städt. Bühnenhaus der Stadt Wesel, Ritterstraße 12-14 beginnen jeweils um 20.00 Uhr.

Samstag, 29. September 2018: NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN, Sprecher: August Zirner; Ltg.: GMD Rasmus Baumann,, mehr
Freitag, 12. Oktober 2018: SONIC.ART Saxophonquartett, mehr
Freitag, 23. November 2018: Die 12 HELLWEGER CELLISTEN, mehr
Freitag, 14. Dezember 2018: KLAVIERTRIO WÜRZBURG, mehr
Freitag, 18. Januar 2019: TRIO UNICO, mehr
Sonntag, 17. Februar 2019: NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN, Solist: Andreas Mildner (Harfe) ; Ltg.:Christoph-Mathias Müller,  mehr
Samstag, 6. April 2019: NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN, Solistin: Lise de la Salle (Klavier); Ltg.: GMD Rasmus Baumann, mehr
Die Eintrittspreise sind auch in diesem Jahr sehr günstig.
40 % sparen sie beim Kauf eines Abonnements. Mitglieder des Städtischen Musikvereins erhalten auf diese Preise zusätzlich einen Rabatt von ca. 20 %.
Mit einem Beitrag von rund 4,- € im Monat fördern Sie die ehrenamtliche Arbeit des Vereins. Informationen zum Beitritt erhalten Sie in jedem Konzert und unter Tel. 0281-50670
An der Kasse des Bühnenhauses Tel. 0281-203344 erhalten Sie Abonnements, Geschenkgutscheine und alle anderen Eintrittskarten.

Der Vorverkauf beginnt für alle Konzerte am 8. September 2018!

1. KONZERT
Vorverkauf ab 8. September 2018
„Politik“ – ein Thema in der Musik.

Schostakowitsch einer der bedeutendsten Komponisten Russlands des 20. Jahrhunderts war außerordentlich produktiv und vielseitig. Zwar schrieb er dem Regime von Josef Stalin Hymnen, blieb aber gleichzeitig auf Distanz zum stalinistischen System, das ihn drangsalierte und jahrelang in Todesfurcht hielt.
„Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Sinfonien von Schostakowitsch zu hören“, schrieb die Wochenzeitung Moskowskije Nowosti. Der Cellist Rostropowitsch sah im sinfonischen Schaffen Schostakowitschs eine „Geheimgeschichte Russlands“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erwartete die Musikwelt eine Triumphsinfonie, doch Schostakowitsch fiel mit seiner 9. Sinfonie in Es-Dur bei der sowjetischen Kritik durch. Es handelt sich um ein Werk von haydnscher Schlichtheit, nicht triumphal.
„Lincoln Portrait“, von Aaron Copland 1942 geschrieben, ist eine seltene musikalische Hommage an einen amerikanischen Präsidenten. Es spielte eine inspirierende Rolle, als es während der frühen Tage des Zweiten Weltkriegs geschrieben wurde. Zahllose namhafte Erzähler gaben den Worten von Abraham Lincoln ihre Stimme, die Copland für seinen Tribut wählte.
Wenn Lincolns Worte die höchsten Ideale der amerikanischen Demokratie zum Ausdruck bringen, drückt Coplands Musik die Vielfalt der Quellen aus, die sich zu einer amerikanischen Musik und Kultur zusammengeschlossen haben, wie James David Jacobs schreibt.
Über die ursprünglich Napoleon gewidmete Sinfonie – von Beethoven zurückgenommen – schrieb er im Jahr 1806: „Diese Symphonie, die über das gewohnte Maß ausgedehnt ist, möge lieber kurz nach Beginn, …. einer musikalischen Veranstaltung angesetzt werden …., sie würde sonst, wenn der Zuhörer von dem Vorhergegangenen bereits ermüdet ist, von ihrer Wirkung verlieren.“ (Anmerkungen Beethovens in der Erstausgabe der Partitur).

2. KONZERT
Zum 100. Geburtstag von Leonhard Bernstein

Das SONIC.ART SAXOPHONQUARTETT ist ein Kammermusikensemble mit internationalem Flair. Seine aktuellen Mitglieder stammen aus Weißrussland, Australien und Deutschland und haben in Paris, Amsterdam, Berlin und London studiert. Sonic.art wurde 2005 gegründet und hat sich seit- her durch hoch dotierte Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben einen Namen gemacht. So wurde es unter anderem mit dem 1. Preis und dem Grand Prix des Internationalen Kammermusikwettbewerbs für Zeitgenössische Musik in Krakau ausgezeichnet, mit dem Preis des Deutschen Musikwettbewerbs und dem Bergamo Classical Music Award. Tourneen und Meisterkurse führten die Musiker durch Europa, sowie auch alle anderen Kontinente. Dabei konzertierten sie unter anderem bei renommierten Festivals wie dem Warschauer Herbst, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Kurt Weill Fest, dem Festival de México und dem Curitiba Jazz Meeting. Höhepunkte zuletzt waren die Aufführungen des Concerto grosso für Saxophonquartett & Orchester von William Bolcom mit den Nürnberger Symphonikern und dem Sinfonieorchester Aachen.
Sonic.art hat seinen ganz eigenen Stil gefunden. Die sensible und sorgfältige Auswahl der Projekte, Programme und Kooperationen sowie Bühnenpräsenz, Charme und Feinsinnigkeit der vier Saxophonisten haben sonic.art den Ruf eines hochkarätigen Ensembles eingebracht.
Das Programm des Abends enthält zum Anlass des 100. Geburtstages des legendären Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein (25.8.1918- 14.10.1990) Originalkompositionen und Bearbeitungen von Werken amerikanischer Komponisten des 20. Jahunderts.
Eine Auswahl des Repertoires, u.a. mit Werken von Ligeti, Glass, Schostakowitsch und Glasunow sind bisher auf drei CDs in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk bei GENUIN classics erschienen.

 

 3. KONZERT

48 schwingende Saiten und 12 virtuose Celli auf einer musikalischen Reise in die Stadt der Liebe und des Chansons. Die 12 Hellweger Cellisten sind ein sehr außergewöhnliches Ensemble. Ihr warmer und farbenreicher Sound begeistert schon seit vielen Jahren immer wie- der nicht nur zum Celloherbst am Hellweg, dem größten Cellofestival der Welt. Mit ihrem aktuellen Programm „Paris“ eine musikalische Reise in die Stadt der Liebe und der Musik, einer Zusammenstellung von Melodien aus der Seine-Metropole von Klassik bis Chanson, setzen sie der französischen Musik ein besonderes Denkmal.
Die 12 Hellweger Cellistinnen und Cellisten sind ein multikulturelles Ensemble, dessen Mitglieder zwar aus sieben unterschiedlichen Ländern kommen, aber zwei Dinge gemeinsam haben: sie leben entlang des Hellwegs in Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Witten, Unna, Werl und Lippstadt und sie spielen das Cello virtuos in allen Lagen. Unter den 12 Hellweger Cellisten findet man auch junge Cello-Sterne. Sie alle begeistern mit Virtuosität, Spielwitz und Einfallsreichtum.
Gegründet wurde das Ensemble für den ersten „Celloherbst am Hellweg“ im Jahr 2004 und es trägt seitdem die Idee der Vielseitigkeit des Cellospiels und der Förderung regionaler Kompetenzen weiter. 2012 hat Felicitas Stephan die Leitung übernommen und ein neues Konzept entwickelt, das gerade den jungen Cello-Sternen die Möglichkeit gibt, in dieser spannenden Besetzung zusammen mit etablierten Musikern zu spielen.
Für viele – insbesondere jüngere Zuhörer – ist die Begegnung mit den 12 Hellweger Cellisten der Einstieg in die oft unbekannte Welt der klassischen Musik. Warum diese Begegnung so gut funktionieren kann, hat auch mit der Auswahl der Werke zu tun, denen sich die 12 Hellweger Cellisten widmen. Es handelt sich um wunderschöne Familienkonzerte für alle von fünf bis 95 Jahren, mit Einflüssen von Klassik, Musical, Jazz und Rock.

4. KONZERT

Das Klaviertrio Würzburg zählt zu den arriviertesten seiner Art. Seit der Gründung im Jahr 2001 haben die Schwestern Katharina Cording, Karla-Maria Cording und der Cellist Peer-Christoph Pulc stetig ihre Fähigkeiten erweitert und verfeinert: in ihrer Klanglichkeit wirken sie wie aus einem Guss. Die Presse konstatierte „herausragende Kompetenz“, „imponierende und temperamentgeladene Virtuosität“ im Verein mit „hellwacher Spontaneität“ und „mitreißendem Schwung“ als Ergebnis jahrelanger Arbeit und Konzertierens. Das Klaviertrio Würzburg gibt ganzjährig Gastkonzerte im In- und Ausland und im Rahmen renommierter Festivals.
1827 oder 1828 schuf Franz Schubert das sogenannte „Notturno“ in Es-Dur, D 897. Es handelt sich um ein einzelnes Adagio, das erst bei seiner Veröffentlichung 1846 als Opus posthumum 148 vom Wiener Verlagshaus Diabelli den werbewirksamen Beinamen Nocturne erhielt. Die italienische Version dieses Titels ist heute zum gebräuchlichen Titel dieses Satzes geworden, obwohl sich dafür in Schuberts Autograph keinerlei Anhaltspunkt findet.
Fast dreissig Jahre nach dem elegant-jugendfrischen ersten schrieb Saint-Saëns ein 2. Klaviertrio. Es umfasst fünf Sätze statt den üblichen vier, was die ersten Hörer tatsächlich irritiert hat.. Gegenüber dem spielerischen 1. Trio fällt aber doch der ernsthaftere und dramatischere Ton des zweiten auf. Der langsame Satz, durch die Fünfsätzigkeit und die Rahmung zwischen zwei tänzerisch-graziösen Sätzen ins Zentrum gerückt, wechselt zwischen Leidenschaft und Lyrik. Den gewichtigen Schluss bildet ein fugiertes Finale.
Tschaikowskys Klaviertrio entstand im Winter 1881/82 in Rom. Es ist ein Höhepunkt elegischer Stimmungsmalerei in der romantischen Kammermusik. Den Anlass zur Komposition hat Tschaikowsky in der pathetischen Widmung À la mémoire d’un grande artiste – „Zur Erinnerung an einen großen Künstler“ – selbst genannt. Der Geehrte war der Pianist Nikolaj Rubinstein, der Gründer des Moskauer Konservatoriums, der Tschaikowsky 1866 an dieses berufen hatte.

5. KONZERT

Myriam Ghani erhielt mit 10 Jahren ihren ersten Flötenunterricht an der Stuttgarter Musikschule. Die vierfache Bundespreisträgerin „Jugend musiziert“ war seit 2008 Stipendiatin der Stadt Stuttgart. 2016 nahm sie ihr Masterstudium auf. Zuvor studierte sie Orchestermusik und Musikpädagogik. Sie ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes und der Yehudi Menuhin Stiftung „Live Music Now“. 2017 nahm sie als Solistin erfolg- reich am Deutschen Musikwettbewerb teil und wurde mit einem Stipendium in die 62. Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen. Sie ist Preisträgerin des IV. Internationalen Flötenwettbewerbs Oberstdorf 2012 und des Dr. Richard Bellon Wettbewerbs 2014.
Katarina Schmidt wurde im Jahr 2014 mit dem Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis der Stadt München ausgezeichnet. 2016 erhielt sie einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben für hervorragende Leistungen als Finalistin beim Deutschen Musikwettbewerb in Bonn, wurde in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen, und erhielt den Preis des Bärenreiter Urtext Verlags beim Internationalen Bachwettbewerb Leipzig. 2017 erzielte sie den 1. Preis beim Wettbewerb des Kulturkreises Gasteig im Bereich Alte Musik. Die Deutsche Stiftung Musik- leben stellt ihr ein Violoncello von Joseph Guarnerius Filius Andreae (1715) zur Verfügung. Viktor Soos begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel, und wechselte mit 13 Jahren zu dem Backnanger Pianisten und Dozenten Jochen Ferber, von dem er weiterhin musikalische Anregungen und Impulse erhält. 2014/15 war er Jung- student an der Musikhochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main in der Klavierklasse von Oliver Kern. Seit 2015 studiert er an der Musikhochschule Lübeck Klavier bei Konrad Elser. Seine Konzerttätigkeit führte ihn u. a. nach Chile, Finnland, Frankreich, Italien und Tschechien, in die Philharmonie Essen, das Gewandhaus zu Leipzig und die Laeiszhalle Hamburg. Radioaufnahmen entstanden beim Deutschlandfunk, NDR, MDR, WDR und SWR.

6. KONZERT

Christoph-Mathias Mueller zählt „… ohne Zweifel … zu den begabtesten und interessantesten Dirigenten seiner Generation“. Seit 2005 ist der Schweizer Mueller Chefdirigent des Göttinger Symphonie- Orchesters, das sich unter seiner Leitung zu ei-nem herausragenden Klangkörper entwickelt hat. Mueller gastiert regelmäßig auf den großen Podien weltweit, wie beim Sinfonieorchester Basel oder dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. 2010 leitete er am Bolshoi Theater Moskau die Neuinszenierung der Fledermaus und in der Saison 2012/2013 den Rosenkavalier.
Andreas Mildner zählt sicherlich zu den interessantesten Harfenisten seiner Generation. Durch „technische Brillanz“ und sein „unglaublich ästhetisches Spiel mit den Klangfarben“ schafft er es immer wieder Presse und Publikum zu begeistern. Konzertreisen führen ihn immer wie- der durch Europa, die USA und nach Brasilien, wo er an der Universität von Rio de Janeiro unterrichtete.
Giovanni „Nino“ Rota, 1911-1979, galt in seiner Jugend als musikalisches Wunderkind, da er schon mit acht Jahren zu komponieren anfing. Nach Studien in Europa entdeckte er in den Jahren in Philadelphia die Musik George Gershwins für sich. Neben den ca. 150 Filmmusiken komponierte er Opern, Ballett- und Bühnenmusiken, Sinfonien und eben ein Harfenkonzert.
Rossini schrieb die Oper „La gazza ladra“ – Die diebische Elster 1817 für die Mailänder Scala. Sie wurde sofort ein riesiger Erfolg und eroberte Europas große Bühnen. Die Ouvertüre ist einer von Rossinis Rennern: schwungvoll und eingängig, großartig instrumentiert und ideal ausbalanciert zwischen großer Geste und Delikatesse, Spannung und Witz.
Mendelssohn verarbeitet in der Sinfonie Nr. 4e die vielen Eindrücke seiner zweijährigen Reise nach Italien. Die „Italienische“ ist eine romantische Sinfonie in vier Sätzen und gehört heute zu den meistgespielten Orchesterwerken Mendelssohns.

7. KONZERT

Die Komposition, „Florestan und Eusebius“ von Enjott Schneider begeistert. Der Schöpfer von über 1.000 Filmmusiken ist – musikalisch – in der ganzen Welt zu Hause: „composer in residence“ in Baden-Baden wie Peking, gefragt in St. Gallen wie Taipeh, pendelt er zwischen Asien und Europa. „Robert Schumann liegt mir sehr“ begründet Schneider sein neuestes Werk. Beide Pseudonyme hat Schumann selbst gewählt, Florestan steht für den „Draufgänger“, Eusebius für den „Softie“ (Schneider).
Robert Schumann widmete das Klavierkonzert dem Pianisten Ferdinand Hiller, jedoch war es seine Frau Clara, die das Werk am 1. Januar 1846 in Leipzig zur Uraufführung brachte und den überwältigenden Erfolg einleitete. Die Solistin dieses Konzertes, Lise de la Salle, begann das Klavierspiel mit vier Jahren, hatte ihren ersten, von Radio France übertragenen Konzertauftritt, mit neun und studierte ab ihrem elften Lebensjahr am Conservatoire de Paris, zuletzt in der Meisterklasse von Bruno Rigutto. Zu ihren Lehrern gehörten auch Pascal Nemirovski und Geneviève Joy-Dutilleux. 2000 gewann sie den Ersten Preis beim „7. Internationalen Wettbewerb für junge Pianisten“ in Ettlingen. Mit 17 absolvierte Lise de la Salle das Abitur.
Fast anderthalb Jahrzehnte dauerte es, bis Johannes Brahms seine 1. Sinfonie zur Vollendung brachte. Es waren nicht nur des Meister Pedanterie und dessen Perfektionismus, die Brahms immer am Werk zweifeln ließen, vielmehr war es der Schatten Beethovens und die innige Auseinandersetzung mit dessen Wirken, das dem Komponisten zu schaffen machte. Das Bonmot des Dirigenten Hans von Bülow, Brahms’ Erste Symphonie sei die „Zehnte“ von Beethoven, hat diesen Ruf untermauert. An Beethoven erinnerte die Hörer auch das Hauptthema des Finalsatzes, das im Aufbau seiner melodischen Sequenzen dem „Freude“-Thema der 9. Symphonie ähnelte. Wie bei Beethovens 5. Symphonie wiederum ist auch bei Brahms der Finalsatz als Höhepunkt und Lösung der symphonischen Konflikte angelegt.